Rathaus-Meldungen
04.02.2021

„Digitalisierung ist ein stetiger Prozess“

Der Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Lauf im Interview


Sebastian Szabó ist für den Auf- und Ausbau der Online-Prozesse in der Laufer Stadtverwaltung zuständig. (Foto: Privat)

Sebastian Szabó ist für den Auf- und Ausbau der Online-Prozesse in der Laufer Stadtverwaltung zuständig. (Foto: Privat)

Die Digitalisierung prägt unseren Alltag zunehmend und ist auch für die Kommunen zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Für den Auf- und Ausbau der Online-Prozesse in der Laufer Stadtverwaltung ist Sebastian Szabó zuständig, der seit Oktober 2019 zum Rathausteam gehört. Im Interview mit Katrin Hiller von der Öffentlichkeitsarbeit stellt er seinen Tätigkeitsbereich vor.

Herr Szabó, im Oktober 2019 haben Sie die Stelle des Digitalisierungsbeauftragten bei der Stadt Lauf übernommen. Welche Themen standen damals auf Ihrer To-do-Liste ganz oben?

Ganz oben stand zunächst weniger die Umsetzung einer Idee oder eines bestimmten Projekts, sondern einen Überblick über die Situation bei der Stadt Lauf zu bekommen. Hierzu führte ich mit den Fachbereichsleiterinnen und Fachbereichsleitern Gespräche. Dabei ging es nicht nur um den IST-Stand, sondern auch um mögliche zukünftige Vorhaben, aktuelle Herausforderungen und was Digitalisierung aus deren Sicht bedeutet.

Was gehört zu Ihren Aufgaben?

Die Beratung der Fachbereiche zu Digitalisierungsthemen, Unterstützung bei Digitalisierungsprojekten sowie die Leitung von Digitalisierungsvorhaben.

Wie gut ist die Stadt Lauf inzwischen digital aufgestellt und wo gibt es Ihrer Meinung nach noch Handlungsbedarf?

Gemessen an den Möglichkeiten stehen wir meiner Meinung nach noch am Anfang. Fairerweise ist allerdings zu sagen, dass die Digitalisierung als ein stetiger Prozess zu verstehen ist und daher – im Gegensatz zu klassischen Projekten oder Vorhaben – nicht „abgeschlossen“ wird.

Handlungsbedarf sehe ich insbesondere bei der elektronischen Ablage unseres Schriftguts, der Bereitstellung digitaler Angebote für die Bürger und unserem Internetauftritt.

Homeoffice, Videokonferenzen und Online-Services – die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig das Thema Digitalisierung ist. Inwieweit hat die Corona-Pandemie hier Prioritäten verändert oder Prozesse beschleunigt?

Die Corona-Pandemie hat uns eindrucksvoll die Grenzen der analogen Bearbeitung (Stichwort: Home-Office) und der persönlichen Kontakte – auch mit den Bürgerinnen und Bürgern – aufgezeigt. Daher denke ich, dass durch die aktuelle Situation die Bereitschaft zur (digitalen) Veränderung gestiegen ist. Diese höhere Akzeptanz vereinfacht natürlich die Umsetzung weiterer Vorhaben und beschleunigt den Digitalisierungsprozess.

Was steht in den kommenden Monaten auf Ihrer Agenda und worin liegen die größten Herausforderungen?

Hier sind unter anderem folgende Vorhaben zu nennen:

  • Einführung der Onlineterminvereinbarung (zuerst im Bürgerbüro)
  • Ausweitung der Onlinedienste: Als nächstes die Online-Beantragung von Personenstandsurkunden inkl. der Möglichkeit zur elektronischen Bezahlung (E-Payment)
  • Einführung der E-Akte in Teilen des Hauptamts, des Bauamts und des Fachbereichs Kultur, Freizeit, Ehrenamt und Tourismus
  • Neuer Internetauftritt

Die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben kostet Zeit. Neben den eigentlichen Aufgaben, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrnehmen, müssen sich diese zusätzlich mit der Digitalisierung befassen. Dies stellt eine große Herausforderung dar.

Eine weitere Herausforderung ist, zu gewährleisten, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter mitgenommen wird. Keiner soll sich abgehängt fühlen. Unsere Beschäftigten sind in gewissen Teilen ein Spiegelbild der Gesellschaft. Dementsprechend ist auch die technische Affinität unterschiedlich stark ausgeprägt. Dies gilt es bei den Vorhaben zu berücksichtigen.

Wie sieht für Sie die digitale Stadtverwaltung der Zukunft aus?


Das kommt ganz darauf an, wie weit ich in die Zukunft blicke. In naher Zukunft wird es mehr und mehr Online-Services für Bürger geben und die Papierakten werden nach und nach durch elektronische Akten ersetzt werden. Weiterhin werden Verfahrensabläufe zunehmend automatisiert, um die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter zu unterstützen und zu entlasten.

Langfristig wird KI (künstliche Intelligenz) eine immer größere Rolle spielen. Ich halte es für denkbar, dass Computer zukünftig (einfache) Anträge selbständig bearbeiten können.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Szabó.



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