Rathaus-Meldungen
17.07.2020

Stiftergrab erhält neues Epitaph

Laufer Altstadtfreunde erinnern an Hermann und Elsbeth Keßler


Geladene Gäste kamen zur Enthüllung des Epitaphs zu Ehren von Hermann und Elsbeth Keßler (Foto: Müller)

Geladene Gäste kamen zur Enthüllung des Epitaphs zu Ehren von Hermann und Elsbeth Keßler (Foto: Müller)

1374 riefen der Nürnberger Glockengießer Hermann Keßler und seine Frau Elsbeth die Laufer Spitalstiftung ins Leben. Mit einer neuen Schrifttafel für das Grabdenkmal (Epitaph) inmitten der Spitalruine erinnern nun die Laufer Altstadtfreunde an die Wohltäter der Stadt.

Unter den Augen zahlreicher Gäste, darunter Bürgermeister Thomas Lang, Stadtarchivarin Dr. Ina Schönwald, Pfarrer Jan-Peter Hanstein sowie Vertreter des Vereins, der Sparkasse Nürnberg, des Landratsamtes Nürnberger Land und der Stadt Lauf, enthüllte Baldur Strobel, Vorsitzender der Laufer Altstadtfreunde, das zweiteilige Epitaph.

„Während des Zweiten Markgrafenkriegs 1552/53, der fast die ganze Stadt in Schutt und Asche legte, brannte ein Großteil des Spitalensembles der Glockengießer nieder. Auch die Kirche blieb nicht verschont: das Dach und die ganze Inneneinrichtung fielen dem Feuer zum Opfer. Das Spitalgebäude wurde neu errichtet und beherbergt mittlerweile das Laufer Stadtarchiv und die Städtischen Sammlungen; St. Leonhard und der Pfarrhof blieben als Ruinen erhalten“, warf Strobel einen Blick zurück in die Geschichte.

Altstadtfreunde übernehmen die Pflege des Stiftergrabs

Im Laufe der Zeit wurde der ehemalige Innenraum der Kirche als Rosengarten gestaltet, mal als Nutz- und Pflanzgarten, dann wieder als Freigelände für die Bewohner des Altenheims. Die Stadt Lauf ließ statische Ausbesserungen vornehmen und sorgte dafür, dass das Mauerwerk und Turmdach instand gesetzt wurden. Für diese Maßnahme wurde sie bei der Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken im Jahr 2017 mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Nach dem Umzug der Senioren vom Glockengießerspital ins Hermann-Keßler-Stift verwaiste die Spitalkirche. Mitarbeiter des Bauhofs kümmerten sich um den Rasen und die Wege und pflanzten Hortensien. Die letzte Ruhestätte des Ehepaares Keßler hingegen wurde zunehmend von Efeu überwuchert – bis die Altstadtfreunde den Wildwuchs entfernten, das Erdreich rund um das Grab abtrugen und neuen Rasen säten.

„Das Stiftergrab zu Füßen des ehemaligen Altars ist noch das ursprüngliche. Die Epitaph-Platten aus Erz, die über die Begrabenen Auskunft gegeben haben, kamen jedoch in den Kriegswirren abhanden“, so Strobel. Also machten sich die Altstadtfreunde und Stadtarchivarin Dr. Ina Schönwald daran, ein neues Epitaph zu entwerfen. „Dass es dabei einiges zu beachten gibt, haben wir im Austausch mit dem Landesamt für Denkmalpflege erfahren. Eine Grabinschrift, die aussieht, als wäre sie vor Jahrhunderten entstanden, kam daher zum Beispiel nicht infrage.“

Gelungener Kompromiss aus Alt und Neu


Da es von dem ursprünglichen Epitaph keine Zeichnungen gibt, einigte man sich schließlich darauf, auf dem Grabstein nur die Namen und Geburtsdaten der Verstorbenen zu nennen; zusätzlich ließ man bei der Nürnberger Erzgießerei Lenz einen Zusatzstein mit Wappen als zusätzliche Würdigung der Spitalgründer erstellen.

Bei der Feierstunde lobte Bürgermeister Thomas Lang den Einsatz der Altstadtfreunde: „Das Epitaph ist ein hervorragendes Beispiel, wie der Kompromiss aus Alt und Neu gelingen kann.“



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