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„Gerade, wie die Bäume“



18 September - 23 Oktober

Veranstaltungsort:
Projektraum Silo



Moritzbergweg 8
, 91207 Lauf-Weigenhofen


Ausstellung im „Projektraum Silo“

Ein ausrangiertes und umgekipptes Silo interpretiert ein Stückchen Erde im Nürnberger Land seit Kurzem neu – als Freilichtgalerie. Zehn Künstlerinnen und Künstler verschiedener Sparten zeigen hier vom 18. September bis zum 23. Oktober temporäre, prozesshafte und ortsspezifische Werke.
 
Wie eine Figur von Oskar Schlemmer, die daliegt und träumt – dieses halbierte Silo da am Eingang zum Garten“, so beschreibt die Künstlerin Karin Fröhlich das Relikt aus dem landwirtschaftlichen Alltag, das am Ortsrand von Weigenhofen bei Lauf an der Pegnitz auf einem Biohofgelände lagert. Umgestürzt und damit verfremdet, weckt das Objekt ganz neue Assoziationen: So fühlen sich einige bei seinem Anblick an eine Rakete erinnert, die, hier abgelegt, auf ihre Verschrottung wartet.
 
Der Hauptinitiatorin des neuen „Projektraum Silo“, der Künstlerin Karin Bergdolt, wirkt es „manchmal fast schon zu Ehrfurcht gebietend. Doch gerade auch aus diesem Spannungsverhältnis mit dem ‚Wohlfühlaspekt Garten‘ heraus entstanden nun die ersten Arbeiten auf dem Gelände. – Der Ort ist ungewöhnlich in seiner Form und Ausgestaltung und insofern relativ ‚ungesehen‘ im Kunstkontext. Darin liegt mehr als nur eine konzeptuelle Chance. Doch natürlich birgt unser Vorhaben auch Risiken: Fern von den Städten und den vom Publikum bereits angenommenen Schauplätzen zeitgenössische Kunst zu zeigen und sie mit dem zu verbinden, was dort eine Rolle spielt, fordert mehr Offenheit von allen Beteiligten. Unser Ziel ist auch nicht die perfekte Ausstellung, sondern ein Start für den ‚Projektraum Silo‘ hier im Nürnberger Land, der Menschen aus Vermittlung, Handwerk und Design mit künstlerischen Ideen, Haltungen und Werken zusammenbringt“, erklärt Bergdolt.
 
Installationen sind ein Schwerpunkt der Schau „Gerade, wie die Bäume“, was sich konsequent aus der Herausforderung ergibt, ein Areal mit und durch Kunst zu erschließen.

Darunter fällt Andrea Unterstraßers 3D-Zeichnung eines Baumes, die als „Neophyt“ Einzug in den Garten hält (also als eine in einer bestimmten Region nicht heimische Pflanze). Oder Karin Fröhlichs optisch einer Äolsharfe verwandte, schwebende Skulptur „Kiefer mit Fächer“.

Die Arbeiten kommen alle ohne elektrischen Strom aus, dafür bauen viele davon ihr ganzes Spektrum erst unter dem Einfluss von Wind, Wetter und Sonnenlicht auf. Sie entstehen mit der Zeit, wie der „Hängende Garten“ des Münchner Künstlers Stefan Wischnewski, der buchstäblich noch wachsen muss.

Manuela Büchting hängt Hefte in die Bäume, die auf das Erzählen allgemein und auf die Wälder als Papierlieferanten für Bücher verweisen. Doch auch an den verwitternden Kladden wird die Erzählerstimme der Natur nach und nach sichtbar. Parallel dazu sind Besucher dazu eingeladen, sie mit eigenen Gedanken und Zeichnungen zu füllen.
 
Karin Bergdolts „Verdichtungen“ sind zugleich Ausgangspunkt, Konzept und Visualisierung der Ausstellung: Fundstücke, die nach verschiedenen Kriterien sortiert, getrocknet, konserviert und teilweise auch verarbeitet wurden. „Sichtbar gemachte Facetten künstlerischen Denkens und Handelns“, das sind erklärtermaßen aber alle Ausstellungsbeiträge.
 
Daneben werden drängende Fragen unserer Zeit mitgestellt: Wie gestalten wir in Zukunft das Verhältnis zwischen Nutzung und dem Erhalt der Natur? Mit welchen Bedeutungen spielt der Name von Andrea Unterstraßers filigraner Baumskulptur „Besetzling“? Und sind Wölfe – die hier als hölzernes Rudel des Bildhauers Thomas Gröhling auf den Plan treten – tatsächlich so gefährliche Eindringlinge, wie man uns seit Jahrhunderten weismachen will?

Auch die Künstlerin Julia Liedel, die sich unter anderem mit Kommunikation und ihren Konfliktfeldern beschäftigt, fordert mit dem Titel ihrer Serie von acht Zeichnungen, „Bezeichnung“, zum Nachdenken über Labels und Inhalte heraus. Am 23. Oktober wird sie außerdem den Klangraum des Silos ausloten, im Rahmen einer Performance.

Und ob mit der Raumintervention des Künstlers Christian Schnurer in Form einer „hochgehaltenen“ Europaflagge oder beim Auftritt des Kabarettisten Bumillo zur Eröffnung am 18. September – das Projekt „Gerade, wie die Bäume“ streift und verhandelt aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen unter den unterschiedlichsten Vorzeichen.
 
Mit der fotografischen Dokumentation der Schau durch Michael Schober entsteht schließlich noch ein weiteres Werk – es ist einmal mehr eines, das mitwächst.
 
Die Ausstellung „Gerade, wie die Bäume“ wird begleitet von Workshops, Filmangeboten und Beiträgen, die zum Mitmachen einladen und auch auffordern. Das Programm wird unterstützt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Das SILO ist ein neuer Projektraum, ein Areal um ein ebensolches Industriedenkmal, das von Künstlern wie vom Publikum gerade erst erschlossen wird.

Räumlich und thematisch besteht eine enge Verbindung zum Kunstvermittlungsterrain „Raus!“. „Raus!“ ist ein unabhängiger Ort der Kunstvermittlung, der auf eine Initiative der Künstlerin und Kunst- und Erlebnispädagogin Karin Bergdolt und der Schreinerin und Biohofbetreiberin Marlen Maußner zurückgeht. Eine Hütte und ein naturnaher Garten, eingebettet in das weitläufige Hof- und Waldgelände eines ökologischen landwirtschaftlichen Betriebs, dienen als (Open-Air-)Atelier. Kunst und Bildung, Handwerk und landwirtschaftliche Praxis suchen und finden hier immer neue gemeinsame Wege.

 

Weitere Informationen finden Sie unterOpens external link in new window www.projektraumsilo.org/programm und unter Opens external link in new windowwww.erlebnisraus.org.






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