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16.01.2023

„Der Zusammenhalt ist unsere große Stärke!“

Stadt Lauf lud nach zweijähriger Pause wieder zum Neujahrsempfang ein


Rund 500 Gäste warenn zum Neujahrsempfang der Stadt Lauf in die Bertleinaula gekommen (Foto: Kirchmayer)

Rund 500 Gäste warenn zum Neujahrsempfang der Stadt Lauf in die Bertleinaula gekommen (Foto: Kirchmayer)

„Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor nutzen willst.“ Dieses Zitat von Henry Ford hatte Bürgermeister Thomas Lang über den Neujahrsempfang der Stadt Lauf gestellt, der nach einem Gastspiel im Christoph-Jakob-Treu Gymnasium im Jahr 2020 und zweijähriger Corona-Zwangspause nun zum ersten Mal in der generalsanierten Bertleinaula stattfand.

Und schon während des fast zweistündigen, von der Lehrercombo der städtischen Sing- und Musikschule begleiteten Defilees der rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens war zu spüren, wie sehr sich die Lauferinnen und Laufer freuten, wieder gemeinsam ins neue Jahr starten zu können.

Neben dem Altbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Lauf, Rüdiger Pompl, Altlandrat Helmut Reich und Altbürgermeister Manfred Scheld hatten Vertreter der umliegenden Städte und Gemeinden, darunter Bürgermeister Klaus Hacker aus Röthenbach, seine Kollegen Frank Pitterlein aus Schnaittach, Jens Fankhänel aus Neunkirchen am Sand, Thomas Kraußer aus Leinburg, die Zweite Bürgermeisterin Tanja Riedel aus Ottensoos und Hermann Frank, Dritter Bürgermeister der Gemeinde Rückersdorf, die Einladung zu dem Empfang angenommen. Und auch das Bürgermeisterehepaar Franz und Cornelia Stahl aus Laufs Partnerstadt Tirschenreuth, Bürgermeister Nils Hammerschmidt aus dem befreundeten Zeulenroda-Triebes sowie Bürgermeister Zdenek Bednár und sein Stellvertreter Petr Zahradnícek aus dem tschechischen Loket hatten den Weg in die Pegnitzstadt gefunden.

Unter den Gästen, die von Bürgermeister Thomas Lang, seiner Frau Susanne und seinen Stellvertretern Nina Bezold und Alexander Horlamus alle persönlich begrüßt wurden, waren außerdem die Europaabgeordnete Marlene Mortler, der Bundestagsabgeordnete Ralph Edelhäußer, die Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel, Wolfgang Hauber und Elmar Hayn. Des Weiteren zahlreiche Kreis- und Stadträte und die Träger der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Lauf, Helmut Glimpel, Heinz Lausch und Baldur Strobel.

Zahlreiche Herausforderungen für die Stadt

Selten sei ein Jahreswechsel mit so viel Ungewissheit verbunden gewesen wie dieser, betonte Bürgermeister Thomas Lang in seiner Neujahrsansprache – der ersten seit seiner Amtsübernahme im Mai 2020. So stellten der Krieg in der Ukraine, die Folgen der Corona-Pandemie, Inflation und steigende Energiekosten die Stadt Lauf aktuell vor zahlreiche Herausforderungen.

Doch auch unter erschwerten Rahmenbedingungen habe man im vergangenen Jahr einiges bewegen können. Exemplarisch nannte er hierfür die Eröffnung des neuen Bauhofs und des Waldkindergartens in Heuchling, die barrierefreie Umgestaltung des Busbahnhof Lauf links und das im Bau befindliche Senioren- und Angehörigenzentrum „mittendrin“ als Projekte, von denen die Stadt langfristig profitieren werde.

„Nach coronabedingter Pause konnten endlich wieder das Laufer Aubildungs- und Fachkräfteforum und die Gewerbeschau LaufWerk stattfinden. Wir haben einen Vogelehrpfad, interaktive Wandertouren durch die Ortsteile und weitere Mitmachstationen im Industriemuseum auf den Weg gebracht und können nun auch wieder unsere Städtepartnerschaften und -freundschaften im Präsenz leben – etwa bei unserem Besuch in Drama im Mai oder dem Tag der deutsch-tschechischen Begegnung im Oktober“, so der Bürgermeister. Besonders habe man sich darüber gefreut, dass Live-Kulturerlebnisse, Kirchweihen und Stadtfeste wieder möglich gewesen seien und man sich beim Weihnachtsmarkt wieder in größerer Runde treffen durfe.

Pandemiebedingte Einschränkungen

Lange sei das Leben in der Pegnitzstadt von der Coronapandemie bestimmt worden und man habe „mit Akribie und Konsequenz“ Organisationsstrukturen aufgebaut, um im Rathaus, im Stadtrat und den städtischen Einrichtungen handlungsfähig zu bleiben.

Natürlich sei das an der einen oder anderen Stelle mit Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger verbunden gewesen – die Polemik und Aggressivität, mit der Entscheidungen, hinter denen der gesamte Stadtrat gestanden habe, zum Teil aber in den sozialen Medien diskutiert und in Leserbriefen kommentiert worden seien, habe er aber als überzogen und völlig unangemessen empfunden: „Unterschiedliche Auffassungen darf es geben. Es kommt aber auf die Art an, wie man Konflikte austrägt und welche Diskussionskultur man pflegt.“

Gerade in schwierigen Zeiten gelte es zusammen zu halten, gründliche Abwägungen zu treffen und eine klare Linie zu verfolgen – und das habe man im Stadtrat getan. Dazu gehöre nicht nur zu planen und Investitionen zu tätigen, sondern auch die finanzielle Basis der Stadt Lauf sicherzustellen, „denn das Konto lügt nicht und die Zukunft unserer Stadt hängt auch und vor allem von ihrer monetären Stabilität ab.“

Verantwortung für die kommenden Generationen

Dass man in der aktuellen Situation in wichtigen strategischen Bereichen wie Netzstabilität und Versorgungssicherheit gut dastehe, mit fairen Strompreisen kalkulieren könne und bei Themen wie E-Mobility und erneuerbaren Energien handlungsfähig sei, liege daran, dass man in früheren Zeiten umsichtig gewirtschaftet habe und seiner Verantwortung für kommende Generationen gerecht geworden sei.
So habe man das Angebot an Kindergärten, Tagesstätten, Ganztagsschulen und Horten in den letzten Jahren stetig ausgebaut und die Bildungs- und Ausbildungsplatzangebote in Lauf gestärkt.

Mit der IHK und anderen Unternehmervertretungen stehe man in regelmäßigem Austausch, ebenso wie mit den Laufer Unternehmern, Einzelhändlern, Dienstleistern und Gewerbetreibenden, mit denen man Strategien gegen den Nachwuchs- und Fachkräftemangel entwickeln wolle.

„Den Berufseinsteigern eröffnet sich eine breite Palette an Möglichkeiten, und das gilt es zu kommunizieren“, betonte Bürgermeister Thomas Lang. So sei es dringend nötig, die Bedeutung eines Ausbildungs- oder Handwerksberufs deutlich nach oben zu korrigieren – und das mit sehr viel Nachdruck.

Schaffen neuen Wohnraums als Zukunftsaufgabe

Als weitere Zukunftsaufgabe nannte er das Schaffen neuen Wohnraums für die unterschiedlichsten Bedürfnisse, verschiedene Lebenslagen, Anforderungen und Einkommensverhältnisse, das, ebenso wie die Gewerbegebietsentwicklung, ein äußerst komplexes Thema sei – allein schon aufgrund der Herausforderung, geeignete Flächen zu bekommen. Doch man habe hier noch Potential und sehe Chancen, die man nutzen wolle.
„Die Frage ist nicht, ob wir wachsen wollen. Das passiert automatisch. Die Frage ist, wie wir diesen Prozess gestalten wollen“, so Lang. „Unsere Stadt liegt strategisch günstig an drei Autobahnen im Nürnberger Speckgürtel, ist wirtschaftlich gut aufgestellt und verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Und diesen Standortvorteil wollen wir auf keinen Fall aufgeben.“ Die Botschaft der Unternehmer sei klar, und hier mache man im Rathaus abteilungsübergreifend seine Hausaufgaben und arbeite an intelligenten Lösungen – selbstverständlich unter Einbeziehung der politischen Gremien und der Laufer Wirtschaftsförderung.

„Wir sind eine Kommune, deren Zusammenhalt ihre große Stärke ist“, fasste der Bürgermeister zusammen und bedankte sich herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, des Bauhofs und der städtischen Einrichtungen ebenso wie bei den zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich politisch, sozial, sportlich oder kulturell einbrächten und im Verbund mit den ehrenamtlichen Feuerwehren, Hilfs- und Rettungskräften jeden Tag aufs Neue Verantwortung übernähmen, Solidarität und Gemeinsinn bewiesen.

Verleihung des Umweltschutzpreises

Als gelungenes Beispiel für generationsübergreifendes Engagement hob er vier Schul- und Kita-Projekte für den Umwelt- und Klimaschutz hervor, die an diesem Abend mit dem Umweltschutzpreis der Stadt Lauf ausgezeichnet wurden: eine Nachhaltigkeitswoche in der Kunigundenschule, eine Projektwoche zur Plastikvermeidung in der Grundschule Rudolfshof, die insektenfreundliche Gestaltung des Gartens der Kindertagesstätte Simonshofen sowie ein Ackerbauprojekt, eine Müllsammelaktion und mehrere Initiativen zur biologischen Vielfalt der Montessorischule. Gemeinsam mit Carsten Pillich aus dem städtischen Bauamt, der für den Umweltschutzpreis verantwortlich zeichnet, überreichte er den Preisträgern Pokale und Urkunden.

Gemeinsam könne man vieles schaffen, so das Resümee des Bürgermeisters. Das stimme ihn angesichts der Häufung von Krisen in der letzten Zeit zuversichtlich. „Wir können unseren Kindern nicht versprechen, dass es ihnen einmal besser gehen wird als uns. Aber es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass die nachfolgende Generation die besten Chancen und Möglichkeiten hat. Das ist die Zukunftsgestaltung, die unsere Stadt verdient hat. Bleiben wir dem Weg treu, den wir im vergangenen Jahr eingeschlagen haben und gehen wir ihn mutig weiter. Vor allem aber: Halten wir auch in diesem Jahr zusammen.“

Optimistische Grundhaltung des Landrats

Von einer optimistischen Grundhaltung geprägt war auch die Rede des Bezirkstagspräsidenten und Landrats Armin Kroder – trotz der Vielzahl an Herausforderungen in der Vergangenheit: die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009, nach der sich die Stadt Lauf und der Landkreis wider Erwarten ausgezeichnet entwickelt hätten, die Flüchtlingskrise 2015/2016, die man im Zusammenspiel von haupt- und ehrenamtlichen Kräften bewältigt habe und die Pandemie, die im Großen und Ganzen gut gemeistert wurde, obwohl man auch Fehler gemacht habe.

„Rückblickend haben wir uns beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen während der Pandemie nicht mit Ruhm bekleckert“, lautete Kroders selbstkritisches Fazit. Man habe unterschätzt, wie sehr Ausgangssperren und Lockdowns die junge Generation mental belastet hätten und welche Auswirkungen Homeschooling auf den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler und die Bildungsgerechtigkeit gehabt habe. Mit Projekten wie NachhilFee und SorgenhilFee, die auf Initiative von Alexander Wexler, Geschäftsführer der Laufer EuWe Eugen Wexler GmbH & Co. KG vom Landkreis Nürnberger Land gemeinsam mit der Stadt Lauf, dem Caritasverband Nürnberger Land, dem Schulamt und der Gesundheitsregionplus auf den Weg gebracht wurden, wolle man ihnen ermöglichen, versäumten Unterrichtsstoff aufzuholen, und ihnen bei Bedarf auch psychologische Unterstützung anbieten.

„Ich bin dankbar für das gute Miteinander im Landkreis“, so Kroder, der mit Blick auf Putins Krieg gegen die Ukraine die Systemfrage stellte. Er sei froh, in einem Land zu leben, in dem Demokratie und Meinungsfreiheit selbstverständlich seien, und auf Anhieb falle ihm kein Ort ein, an dem er sich besser aufgehoben fühlte.

Opens internal link in current windowBildergalerie zum Neujahrsempfang



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