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14.05.2020

Wissenswertes rund ums Thema Schutzmasken

Tipps zur richtigen Anwendung, Tragedauer, Aufbewahrung und Reinigung


Seit dem 27. April besteht in Bayern für Personen ab dem siebten Lebensjahr die Pflicht, beim Einkauf, bei Behördengängen, der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder anderen sozialen Kontakten eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Warum diese Maßnahme sinnvoll ist, wie man die Maske richtig anlegt, trägt und reinigt, erklärt der Laufer Internist und Facharzt für Pneumologie, Dr. med. Kai Thomas:


Das Corona-Virus SARS CoV-2, das die Erkrankung COVID-19 auslöst, wird beim Sprechen, Husten und Niesen über die Atemluft in die Umgebung verbreitet. Die Übertragung erfolgt zumeist unbemerkt, Krankheitssymptome treten erst zu einem späteren Zeitpunkt auf.

Mund-Nasen-Masken reduzieren die Ausbreitung infektiöser Tröpfchen und Partikel, die sich in der Ausatemluft des Trägers befinden und schützen damit vor allem Menschen in dessen direkter Umgebung.

Der Träger selbst ist in geringerem Ausmaß geschützt. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle an die Maskenpflicht halten. Die Maxime sollte sein: „Ich schütze dich und du schützt mich.“


Welche Masken gibt es:


  • Alltagsmasken (Community-Masken) sind Masken, die aus handelsüblichen Stoffen z.B. Baumwolle bestehen und im Alltag getragen werden. Sie sind keine Medizinprodukte, die bestimmte Normen erfüllen müssen, schützen das Gegenüber aber vor einer Übertragung von Tröpfchen oder Speichel beim Atmen, Husten oder Niesen.

    Alternativ können auch Tücher oder Schals aus etwas dichterem Gewebe verwendet werden. Der Stoff sollte möglichst dicht sein und aus 100% Baumwolle bestehen. Andere Materialien wie z. B. Staubsaugerbeutel und Kartons sind ungeeignet. Im Handel erhältliche Masken aus Papier sind Einwegartikel und können nicht gewaschen und wiederverwendet werden.

  • Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS, Operations-Masken). Er wird vor allem in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verwendet und schützt ebenfalls die umstehenden Personen vor infektiösen Tröpfchen desjenigen, der den Mundschutz trägt. Bei festem Sitz bietet er auch dem Träger in geringem Maß Schutz vor einer Ansteckung.

  • Filtermasken (sogenannte FFP2- oder FFP3-Masken) werden als Arbeitsschutzmasken eingesetzt und unterliegen strengen Normen. In einigen sind Einwegventile eingearbeitet, die die Ausatemluft des Trägers durchlassen. Sie schützen in erster Linie den Maskenträger.

Die richtige Anwendung:

  • Vor dem Anlegen und nach dem Ablegen der Maske sollten die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden.

  • Die Maske muss Mund, Nase und Wangen vollständig bedecken und an den Rändern und den Nasenflügeln eng anliegen, um das Ein- und Ausdringen von Keimen zu reduzieren. Gute Masken enthalten in Höhe der Nase kleine Metallstege, mit deren Hilfe sie an den Nasenflügeln angedrückt werden können. Bei Brillenträgern wird hierdurch auch das Beschlagen der Brille verhindert.

  • Die Maske beim An- und Ablegen immer nur an der rechten und linken Randseite (in der Nähe der Ohren) berühren und nicht an deren Vorder- oder Innenseite fassen, da diese im Laufe des Tages verschmutzt beziehungsweise mit Viren oder Bakterien kontaminiert werden könnten.

    Die Maske sollte während des Tragens nicht ständig zurechtgerückt werden und auch nicht um den Hals getragen werden.

  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich (mindestens 20-30 Sekunden) mit Seife gewaschen werden.

  • Eine durchfeuchtete Maske hat keine Schutzfunktion mehr und sollte umgehend durch eine frische Maske ersetzt werden.


Tragedauer, Aufbewahrung, Reinigung und Entsorgung:


  • Alltagsmasken kann man, abhängig von der körperlichen Aktivität, maximal drei bis vier Stunden tragen. Bei Durchfeuchtung sollten sie allerdings sofort gewechselt werden.

    Allgemein gilt: Je länger eine Maske getragen wird, desto geringer ist deren Schutzwirkung.

  • Vor einer erneuten Benutzung muss die Alltagsmaske bei 60-90°C mit Waschmittel gewaschen, anschließend vollständig getrocknet und am besten bei mindestens 165°C (höchste Stufe) zur Desinfektion gebügelt werden.

  • Die Maske sollten nach dem Abnehmen trocken an der Luft aufbewahrt werden, nicht in geschlossenen Behältern. Um Bakterienwuchs und Schimmelbildung zu vermeiden, sollte sie möglichst nur kurze Zeit aufbewahrt werden.

  • Alltagsmasken können im Restmüll entsorgt werden. Als umweltfreundliche Variante bieten sich wiederverwendbare, waschbaren Masken an.


Zusammenfassung:

Mund-Nasen-Masken reduzieren die Ausbreitung infektiöser Tröpfchen, die sich in der Ausatemluft des Trägers befinden und sind ein wichtiger Beitrag zur Unterbrechung von Infektionsketten.

Alltagsmasken bieten keinen vollständigen Eigen- oder Fremdschutz, weshalb zusätzlich ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden sollte und auf Husten- und Niesetikette (immer in die Armbeuge) sowie regelmäßige Händehygiene zu achten ist.

Unabhängig vom Einsatz des Mund-Nasenschutzes unterliegen Personen, die an Covid-19 erkrankt sind bzw. positiv getestet wurden, weiterhin den durch das Gesundheitsamt vorgegebenen Quarantänebedingungen.

Die Schutzwirkung der Masken wird umso besser sein, je lückenloser die Maske in der Öffentlichkeit verwendet wird.


Quellen:
RKI, Epidemiologisches Bulletin 19/2020
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)).
Materialien der BZgA genutzt werden www.infektionsschutz.de)
Informationsmaterialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.infektionsschutz.de).


Ein Video der Bundesregierung zum richtigen Umgang mit den Mund-Nasen-Masken finden Sie Opens external link in new windowhier



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