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17.01.2020

„Lassen wir das WIR weiter wachsen und sichern wir uns die besten Chancen für die Zukunft“

Neujahrsempfang in der Pegnitzstadt


Neujahrsempfang 2020

Foto: Müller

Zum Neujahrsempfang der Stadt Lauf, dem größten im ganzen Landkreis, trafen sich auf Einladung von Bürgermeister Benedikt Bisping Anfang Januar Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Sport und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens zum Gedankenaustausch im Christoph-Jakob-Treu Gymnasium.

Rund 500 Menschen waren in die Schulaula gekommen: Marlene Mortler, Mitglied des Europäischen Parlaments, ebenso wie Landrat Armin Kroder, Altlandrat Helmut Reich, die stellvertretende Landrätin Cornelia Trinkl und der Altbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Lauf, Rüdiger Pompl. Desgleichen die Träger der Goldenen Bürgermedaille Helmut Glimpel, Heinz Lausch und Baldur Strobel, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den umliegenden Städten und Gemeinden sowie Stadträte aus Lauf und der Partnerstadt Tirschenreuth.

Motivationsrede des Bürgermeisters

Nach dem mehr als eineinhalbstündigen Defilee der Gäste, die von Bürgermeister Benedikt Bisping, seiner Frau, Kreisrätin Dr. Lydia Hufmann-Bisping, und seinen Stellvertretern, dem Zweiten Bürgermeister Norbert Maschler und dem Drittem Bürgermeister Thomas Lang alle persönlich begrüßt wurden, leitete die Lehrercombo der Sing- und Musikschule Lauf zum offiziellen Teil der Veranstaltung über. Und den eröffnete das Stadtoberhaupt mit einer eindringlichen Motivationsrede, die mit den Worten „Go Lauf! Bewegen wir uns, und arbeiten wir in einer sich schnell verändernden Welt gemeinsam an einer modernen Stadtentwicklung. Lassen wir das WIR weiter wachsen und sichern wir uns die besten Chancen für die Zukunft“ überschrieben war.

In einer Zeit vieler Umbrüche, die jede Menge Herausforderungen mit sich brächte, gelte es sich auf seine Stärken zu besinnen und weitere Fundamente für eine gute künftige Entwicklung der Stadt Lauf zu legen – umso mehr, da sich die Rahmenbedingungen oft schwierig gestalteten, betonte Bisping. So habe er den Eindruck, dass die Digitalisierung in Laufs französischer Partnerstadt Brive schneller voranschreite als hierzulande, „und auch die Versorgung der Kinder mit gesundem Essen aus der Region in eigenen Schulküchen funktioniert dort besser, während wir uns mit hohem Verwaltungsaufwand über Einzelabrechnungen den Kopf zerbrechen.“

Im Vergleich mit den europäischen Nachbarländern sei man in Deutschland in Sachen Breitbandausbau Schlusslicht, mit Reformen in punkto Mobilität oder sozialem Wohnungsbau tue man sich ebenso schwer. Grund genug, im neuen Jahr an Dynamik zuzulegen.

„Offen, mutig und kreativ“

Mit passivem Verharren lasse sich nichts zum Besseren verändern, so der Appell des Bürgermeisters, den er mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe untermauerte: „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN“. Stillstand bedeute Rückschritt und tatsächlich wachse man mit den Aufgaben, die man anpacke: „Nicht, dass wir es nicht könnten – wir müssen es aber auch wollen. Seien wir also offen für Neuerungen, mutig und kreativ“.

Entschlossen wolle man sich beispielsweise dafür einsetzen, die Gesundheitsangebote vor Ort zu stärken und weiter zu entwickeln. Das Aus für das Krankenhaus in Hersbruck sei ein Weckruf gewesen und die drohende Schließung kleiner Krankenhäuser in der Fläche bleibe bundesweit ein Problem. So könne man sich auch in Lauf nicht zurücklehnen, gleichwohl erst kürzlich Millionen in den Ausbau und die Modernisierung des Laufer Krankenhauses investiert worden seien.

Eine moderne soziale Stadt- und Landesentwicklung habe auf die Fläche zu setzen, wie der Bürgermeister unterstrich. „Trauen wir uns also – ebenso wie bei den dezentralen Grundschulprojekten in Schönberg/Ottensoos, Heuchling und Kirchröttenbach, die wir erfolgreich umgesetzt haben, den entgegengesetzten Weg zu gehen – zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger.“

Stiftungswerk von Hermann und Elsbeth Kessler

Welchen Mut ein Neuanfang und ein entscheidender Schritt in eine andere Richtung bereits im Mittelalter bedeutete, zeigte er im Folgenden am Stiftungswerk von Hermann und Elsbeth Kessler, die als Inhaber einer großen und wirtschaftlich erfolgreichen Nürnberger Gießhütte einst den Umzug in die Landstadt Lauf gewagt hatten, um hier ihr gemeinnütziges Werk zu verwirklichen.
Noch heute zeugten die Stiftung des Glockengießer Alten- und Pflegeheims und das bauliche Ensemble von Spital, Kirchenruine St.-Leonhard und Pfründnerhaus vom wohltätigen Engagement der Familie, das bis heute weiterwirke und mit dem 2013 entstandenen Hermann-Keßler-Stift stetig weiterentwickelt werde. Trotz oder gerade wegen der teils herausfordernden Rahmenbedingungen wolle die Stadt Lauf im Verbund mit den sozialen Leistungsträgern aktiv an einem tragfähigen seniorenpolitischen Gesamtkonzept für die Region mitarbeiten – „weil Lauf lebenswert bleiben soll, auch für die Menschen im höheren Alter.“
Auf einem sehr guten Weg sei man auch mit dem Laufer Wohnraumprogramm. So seien in den letzten beiden Jahren Wohneinheiten für etwa 600 Menschen neu beantragt, bewilligt, bzw. gebaut worden. Erst kurz vor Weihnachten habe der Stadtrat zudem einem Grundstückskauf in Millionenhöhe an der Simonshofer Straße zugestimmt. Auch hier werde zusätzlicher Wohnraum entstehen. Und noch weitere Projekte seien in Planung.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Handlungsbedarf gebe es vor allem in punkto Klimaschutz. Angesichts des brennenden Planeten Erde falle es schwer, mit Optimismus ins neue Jahr zu gehen. Umso mehr sei es nötig – und gebe Hoffnung – „dass junge Menschen uns mit Fragen zum Umwelt- und Klimaschutz konfrontieren.“

Nachhaltigkeit sei kein Trend, sondern unser aller Lebensversicherung, bekräftigte das Stadtoberhaupt – und das gelte für Natur und Landwirtschaft ebenso wie für Wirtschaftsentwicklung, Mobilität und den Umgang mit Energie und Rohstoffen.

Kommunal versuche man hier seinen Beitrag zu leisten, beispielsweise durch eine drastische Reduktion des städtischen Stromverbrauchs von 4 Millionen Kilowattstunden auf derzeit 3,3 Millionen Kilowattstunden, 100 Prozent Ökostrom, Solaranlagen auf fast allen Dächern städtischer Einrichtungen, den Ausbau des Klimaschutzprogramms sowie die Optimierung der Radweg- und ÖPNV-Verbindungen. Doch man müsse noch sensibler als bisher mit Flächen umgehen, noch mehr ökologische Stadtentwicklung und Artenschutz betreiben und gemeinsam mit der Wirtschaft, der regionalen und bäuerlichen Landwirtschaft Modelle entwickeln, um zukunftsfähig zu bleiben und gleichzeitig die heimische Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren.

Auch kritische Selbstreflektion sei hier gefragt – „und dann besinnen wir uns auf eine der vielgepriesenen deutschen Tugenden und machen wir uns an die Arbeit!“

Bau- und Sanierungsprojekt Bertleinschule

Wo sonst können wir vorausschauender, innovativer und erfolgreicher wirken als im Bildungs- und Erziehungsbereich? Wo können wir Wissen besser vermitteln, Gemeinschaftsgefühl und Demokratieverständnis fördern, für Chancengleichheit sorgen und gleichzeitig moderne Wirtschafts- und Standortförderung betreiben als in unseren Schulen? – Mit diesen rhetorischen Fragen blätterte Bürgermeister Benedikt Bisping ein weiteres Themenfeld auf. Erst kurz vor Weihnachten habe er sich bei einem Baustellencheck in der Bertleinschule einen persönlichen Eindruck von der bislang größten Investitionsmaßnahme der Stadt Lauf verschaffen können und könne vermelden, dass alles im Kosten- und Zeitplan laufe.
Insgesamt 30 Millionen Euro werde man in die Sanierung und Erweiterung der Schule investieren und damit ein soziales Stadtentwicklungsprojekt verwirklichen, das über den Stadtteil Lauf links hinaus wirken werde.

Vorausschauend agiere man ebenso bei der Realisierung des neuen Kinder Campus in Heuchling und einem "Laufer Bildungsprogramm“ für die Jüngsten, das man in naher Zukunft entwickeln wolle.

Und auch mit dem Zweckverband Volkshochschule Unteres Pegnitztal, der im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen gefeiert habe, sei man Trendsetter. So gehe man mit den Angeboten nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Fläche – ein Paradebeispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit und eine Bereicherung für alle Mitgliedstädte und -gemeinden, zu denen seit Kurzem auch Schnaittach gehöre.

„Unsere Bilanz kann sich sehen lassen!“

„Unsere Bilanz kann sich sehen lassen! Sage und schreibe 120 Millionen Euro wurden in den vergangen zwei Amtsperioden in Lauf investiert“, so der Bürgermeister. Und die gemeinsame Arbeit trage Früchte: „Hätten wir sonst in Lauf eine Zunahme von mehr als 25,5 Prozent sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter innerhalb der letzten zehn Jahre?“

Ein großes Dankeschön richtete er in diesem Zusammenhang an alle „Zukunftsmacher“, Bildungsträger und Unternehmer und alle, die das städtische Leben aktiv mitgestalteten: die aktuellen, ehemaligen und künftigen Stadträtinnen und Stadträte, seine beiden Bürgermeisterstellvertreter sowie den Jugendrat, das gesamte Team der Stadt Lauf mit allen Einrichtungen, Abteilungen und Fachbereichen und die Beauftragten für Senioren und Menschen mit Behinderung. Herzliche Dankesworte hatte er auch für die Gastgeber – das Landratsamt Nürnberger Land und das Team des Christoph-Jakob-Treu Gymnasiums um Rektor Wolf Kraus.

Der Neujahrsempfang sei ein weiteres gutes Beispiel für eine gelungene Gemeinschaftsleistung. Wo viele gemeinsam an einem Strang zögen, ließe sich eine Menge erreichen. Das habe die Stadt Lauf im vergangenen Jahr bei der BR-Radltour bewiesen, bei der sie sich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren aus Industrie, Handel und der Dienstleistungsbranche, ortsansässigen Vereinen und Organisationen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern als Gastgeber eines Großevents von ihrer besten Seite gezeigt habe. Und das solle auch in der Zukunft das Leitbild sein: „Wenn das WIR in Lauf weiter wächst, wir zukunftsgerichtet denken und entschlossen handeln, dann leistet Lauf nicht nur seinen Beitrag für eine gerechte und gesunde Welt, sondern dann haben wir Lauferinnen und Laufer für das neue Jahrzehnt auch die besten Chancen in unserer schönen, sympathischen Stadt.“

Optimistische Worte des Landrats

Von Optimismus geprägt waren auch die Worte des Landrats Armin Kroder. Er wolle keine „Schönwetterrede“ halten, sehe aber viele Gründe, „mit einer fröhlichen Grundhaltung“ ins neue Jahr zu starten. 2020 könne man auf 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs und damit auf 75 Jahre Frieden in Deutschland zurückblicken. Auch wenn die Demokratie nicht auf jede Frage gleich die richtige Antwort habe, sei er dankbar für deren Errungenschaften wie beispielsweise die Pressefreiheit oder das Recht auf Bildung.

Nach der Wirtschaftskrise 2008/ 2009 sei es im Landkreis stetig aufwärts gegangen, so Kroder weiter. Nicht nur im Hinblick auf eine in absehbarer Zeit eintretende Konsolidierungsphase gelte es nun aber, sich wieder mehr zu beschränken. Nachhaltigkeit sei das Schlüsselwort: „Ökonomie, Ökologie und Soziales müssen im Ausgleich sein – um diese Diskussion kommen wir nicht herum und hier müssen wir gute Kompromisse finden.“

Alles in allem sei man in der Region für die Zukunft sehr gut aufgestellt, wie der Landrat ausführte. So würden 2020 mehr als 200 Millionen Euro im Landkreis umgesetzt, vor allem in den Bereichen Bildung, Soziales und Mobilität. Beispielhaft hierfür nannte er die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, an der man stetig arbeite – Stichwort Elektrifizierung der Bahnstrecke rechts der Pegnitz, Fortentwicklung des Nahverkehrsplans für den ÖPNV und eine weitere Umsetzung des Radverkehrskonzepts.

Fotos vom diesjährigen Neujahrsempfang gibt es in unserer Opens external link in new windowBildergalerie



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