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20.05.2019

Einsatzkräfte der Feuerwehren trainierten Großtierrettung

Übung mit dem Pferdedummy


Foto: ComCavalo

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„Mein Pferd ist in einen Bachlauf gerutscht und kann sich nicht mehr befreien.“ So oder ähnlich könnte der Notruf eines verzweifelten Reiters lauten, der bei der Leitstelle der Feuerwehr eingeht. Die Zahl der Großtierrettungseinsätze nimmt zu. Immer wieder müssen Pferde, Rinder oder andere große Tiere aus Notlagen befreit werden. Für die Einsatzkräfte vor Ort ist ein solcher Einsatz meist eine echte Herausforderung – vergleichbar mit einem Gefahrguteinsatz: Sie wissen nicht, was sie erwartet und arbeiten an und mit einem Tier, dessen Verhalten in einer Notsituation fast unkalkulierbar ist.

„Pferde in Notsituationen zeigen andere Verhaltensweisen als unter normalen Umständen. Ruhige und extrem aktive Phasen wechseln sich ab. Ein ruhig liegendes Pferd wird, sobald es die Freiheit spürt, vehement ums Überleben kämpfen. In großer Gefahr sind bei derartigen Einsätzen vor allem die Rettungskräfte, denn sie sind den vom Tier ausgehenden Gefahren ganz unmittelbar ausgesetzt“, weiß Lutz Hauch, Deutschlands einziger zertifizierter Großtierrettungstrainer mit Feuerwehrerfahrung.

Von ausgebüxten Kühen und festsitzenden Pferden

Unfälle mit Großtieren passieren glücklicherweise nicht täglich, aber häufiger, als man denkt. Fast jede Feuerwehr kann von einem oder mehreren Einsätzen berichten. „Etwa einmal alle zwölf Monate wurden unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren zu Einsätzen mit Großtieren gerufen", erzählte Daniel Bösch, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lauf. Die Fälle reichten von einer ausgebüxten Kuh, die sich vom Schlachthof ihren Weg in die Laufer Altstadt bahnte, über Pferde, die in einem Schlammloch feststeckten, bis hin zu einer halbtägigen Rettungsaktion für eine Kuh, die in das nur einen Quadratmeter große Gülleloch in einem Stall gerutscht war. „Und obwohl die Laufer Feuerwehr mit Drehleiter, Ladekran und einem speziellen Hebegeschirr für Großtiere über einiges an Ausstattung für derartige Szenarien verfügt, sind wir doch Stadtkinder, die nicht die ganz große Erfahrung mit Nutztieren mitbringen. Daher haben wir uns zu dieser professionellen Schulung entschieden", so Bösch.  

Training mit dem lebensgroßen „Sam“

Das ganztägige Sicherheitstraining begann mit einem zweistündigen Seminar, in dem Trainer Lutz Hauch den Einsatzkräften der Feuerwehren Lauf, Heuchling, Neunhof, Schönberg, Simonshofen, Hilpoltsstein, Erlangen, Diepersdorf und Schwarzenbruck Grundlagenwissen vermittelte. Dazu gehörten Themen wie Wahrnehmungen und Reaktionen von Tieren in Stresssituationen sowie die sich daraus ergebenden Gefahren und Einsatzstrategien. Mithilfe verschiedener Einsatzvideos wurde an positiven und negativen Einsatzbeispielen gelernt.

Danach ging es für die Trainingsteilnehmer ans Eingemachte: Sie lernten praktisch an „Sam“, Lutz Hauchs lebensgroßem Pferdedummy, wie eine Großtierrettung ablaufen sollte. Das Anlegen eines Notfallhalfters, die verschiedenen Fädeltechniken, um Spezialgurte unter das Tier zu bringen, unterschiedliche Verfahren, das Tier zu bewegen – all das wurde am 200 kg schweren Dummy erlernt und geübt. Bei den Rettungstechniken wurden speziell für die Großtierrettung entwickelte Werkzeuge verwendet, die geeignet sind, um Tiere schonend und schmerzfrei zu befreien. Alle Einsatzszenarien wurden dabei so realistisch wie möglich nachgestellt, um die Teilnehmer gut auf den Ernstfall vorzubereiten.



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