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18.03.2019

Eindrucksvolles Plädoyer für Solidarität und ein friedliches Miteinander

Fritz Pilz kam zum Zeitzeugengespräch ins Berufliche Schulzentrum Nürnberger Land


(Foto: Bisping)

(Foto: Bisping)

Seit Kurzem darf sich das Berufliche Schulzentrum Nürnberger Land offiziell als "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" bezeichnen.

Es gehört damit zum größten Schülernetzwerk Deutschlands, das sich – so das erklärte Ziel – für ein „Klima der gegenseitigen Achtung“ einsetzt und „die Diskriminierung von Menschen wegen ihres Glaubens, des Geschlechts und der sexuellen Orientierung, der Hautfarbe und Herkunft, der Behinderung, der Schulart oder der Nationalität“ ablehnt.

Als Projektpate konnte Bürgermeister Benedikt Bisping gewonnen werden, der für die Schülerinnen und Schüler nun zwei Zeitzeugengespräche mit dem neunzigjährigen Fritz Pilz organisierte, der von seinem bewegten Leben, dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken des Nationalsozialismus erzählte.

Fritz Pilz ist in Pethau, einem kleinen Dorf bei Zittau geboren und aufgewachsen. Als er 15 Jahre alt war, wurde seine aus einer jüdischen Familie stammende Mutter von der Gestapo nach Bautzen und später ins KZ Auschwitz gebracht. Auf ein Lebenszeichen von ihr aus dem Frauenlager Birkenau wartete er vergeblich. Er selbst wurde im August l944 in ein Zwangsarbeitslager geschickt. Anfang l945 wurde er nach Coswig bei Dresden verlegt und erlebte im Februar den Luftangriff auf Dresden mit.  Zu Fuß und mit der Bahn schaffte er es, nach Zittau zu seinem Vater zu kommen, wo er das Kriegsende und den Einmarsch der roten Armee erlebte. Seit mehr als 70 Jahren lebt er nun in Lauf. Er gehört zu den Mitbegründern der örtlichen Wasserwacht und hat rund 1000 jungen Menschen das Schwimmen beigebracht.

Mit beeindruckender Offenheit schilderte Fritz Pilz seine Erfahrungen und fand auch auf die Frage, welche Weichen man für die Zukunft stellen solle, klare Worte: „Sowohl die Abschiebungen von Flüchtlingen als auch die Waffenexporte müssen gestoppt werden!“

Sein Plädoyer für Solidarität und ein friedliches Miteinander berührte das Kollegium ebenso wie die Schülerinnen und Schüler, die in dieser sehr persönlichen Geschichtsstunde sicherlich viele Denkanstöße bekommen haben.



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