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11.01.2019

„Aufbruch in eine neue Epoche - gemeinsam Zukunft bauen“

Neujahrsempfang der Stadt Lauf


Fotos: Müller

Mit einem Paukenschlag begann der diesjährige Neujahrsempfang der Stadt Lauf. Schon während des mehr als eineinhalbstündigen Defilees der Gäste aus Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens hatten die Mitglieder des Spielmannszugs der Laufer Schulen unter der Leitung von Julia Hacker auf der Haupttreppe in der Aula der Bertleinschule Aufstellung genommen und setzten den musikalischen Auftakt für einen Abend mit vielen Highlights.

Trotz des plötzlichen Wintereinbruchs hatten neben Vertretern der umliegenden Städte und Gemeinden, darunter Bürgermeister Klaus Falk aus Ottensoos, seine Kollegin Martina Baumann aus Neunkirchen am Sand und Schnaittachs Zweiter Bürgermeister Karlheinz Lang auch das Bürgermeisterehepaar Franz und Cornelia Stahl aus Laufs Partnerstadt Tirschenreuth und Bürgermeister Nils Hammerschmidt aus dem befreundeten Zeulenroda-Triebes den Weg in die Pegnitzstadt gefunden.

Unter den mehr als 400 Gästen, die von Bürgermeister Benedikt Bisping, seiner Frau, Kreisrätin Dr. Lydia Hufmann-Bisping, und seinen Stellvertretern Norbert Maschler und Thomas Lang alle persönlich begrüßt wurden, waren außerdem die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, der Landtagsabgeordnete Arif Tasdelen, Bezirkstagspräsident und Landrat Armin Kroder sowie der ehemalige Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Thomas Beyer. Des Weiteren zahlreiche Kreis- und Stadträte und die Träger der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Lauf, Helmut Glimpel und Heinz Lausch.

Rückblick auf das vergangene Jahr

Mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr eröffnete Bürgermeister Benedikt Bisping seine Ansprache, die er dieses Mal unter den Titel „Aufbruch in eine neue Epoche – gemeinsam Zukunft bauen“, gestellt hatte. Ein heißes und sehr bewegtes Jahr sei es gewesen, das nicht nur die Landwirte vor große Probleme gestellt habe.

Sicherlich werde auch 2019 die eine oder andere Herausforderung auf die Pegnitzstadt warten. Man verfüge aber über ein ausgezeichnetes Fundament und werde, wenn man mit Zuversicht und Selbstvertrauen an den Start gehe, gemeinsam viel bewegen können, so die Überzeugung des Stadtoberhaupts: „Lauf hat Zukunft, weil es seinen Bewohnerinnen und Bewohnern, Firmen und Betrieben viel zu bieten hat. Beide Seiten profitieren von einer Stadt, in der sich Wirtschaftsförderung und Investitionen in Lebensqualität ergänzen, in der es sich gut arbeiten und lernen, wohnen und einkaufen, Freizeit gestalten und alt werden lässt.“

Man sei gut aufgestellt, freute sich der Bürgermeister. Es gebe in Lauf und den Ortsteilen genügend Plätze in Kinderkrippen und -tagesstätten, Ganztagsangebote und die unterschiedlichsten Schulformen. Das Hermann-Keßler-Stift der Glockengießer Spitalstiftung erweitere stetig sein Angebot, die Sanierung und barrierefreie Gestaltung der Altstadt schreite voran und der Hochwasserschutz werde ebenso konsequent umgesetzt wie der Radewege- und ÖPNV-Ausbau.

Wettbewerb um die besten Ideen

„Im demokratischen Wettbewerb um die besten Ideen habe man in den vergangenen zwölf Monaten – oft nach intensiven Diskussionen und Vorbereitungsarbeiten – einiges bewirkt. So habe man den städtischen Schuldenstand um eine Million Euro reduziert. Und auch den Fünf-Jahres-Plan mit Investitionen in Höhe von mehr als 22,5 Millionen Euro, den man im Stadtrat aufgestellt habe, um Lauf stetig weiterzuentwickeln, wolle man ohne Erhöhungen der Grundsteuer, ohne Anhebungen der Gewerbesteuern und ohne Neuverschuldung umsetzen.

Auch das Laufer Wohnraumprogramm zeige Wirkung: Allein in den letzten beiden Jahren seien 397 neue Wohneinheiten auf den Weg gebracht worden. Zudem habe man durch eine Änderung des Flächennutzungsplans in den Ortsteilen weitere Areale für den Wohnungsbau, insbesondere für Familien, erschlossen – eine wichtige Maßnahme, schließlich zähle die Pegnitzstadt, in der im vergangenen Jahr 219 Kinder geboren wurden, mittlerweile mehr als 28.000 Einwohner.

Natürlich gehe man verantwortungsvoll mit der Ressource Boden um, weshalb man zum Ausgleich für die neu ausgewiesenen Baugebiete, andere Flächen aus dem Plan genommen habe, wie das Stadtoberhaupt betonte.

Weiterentwicklung der Innenstadt

Weiterer Wohnraum werde nach dem geplanten Umzug des städtischen Bauhofs auch in der Glockengießerstraße entstehen. Darüber hinaus wolle man einen attraktiven Fußweg entlang der Pegnitz, von der Wasserbrücke über die Reichel’sche Schleif bis in die Glockengießerstraße – und damit auch eine direkte Verbindung zwischen Kaiserburg und Industriemuseum schaffen – ein ehrgeiziges Projekt, mit dem man die historische Altstadt weiter aufwerten und die Entwicklung der Innenstadt voranbringen wolle.

Ein noch viel größeres Projekt stehe mit der Sanierung der Bertleinschule an, die nun endlich beginnen könne. Ziel sei es nicht nur, die räumlichen Kapazitäten zu erweitern, sondern das Schulgebäude so gestalten, dass es den Anforderungen einer modernen Pädagogik entsprechen könne. Zentrale Punkte sei hier die Ausrichtung auf den Ganztagsbetrieb, Integration und Inklusion.

„Wir möchten dieses Haus zu einem Lern- und Lebensort – oder, bezugnehmend auf das Motto des Abends – zu einer ‚Zukunftswerkstatt Schule‘ umbauen“, führte Bürgermeister Benedikt Bisping aus. Ganz besonders freue er sich auf den neuen Platz der Begegnung, der in der Aula entstehen werde. Wie das Ganze einmal aussehen soll, konnten sich die Gäste des Abends schon auf einigen Infotafeln und Planzeichnungen, die vor Ort ausgehängt waren, ansehen.

„Es geht uns wirklich gut in Lauf“


„Es geht uns wirklich gut in Lauf“, so der Bürgermeister – und das verdanke man auch und vor allem dem Einsatz und der Arbeitskraft der Bürgerinnen und Bürger, dem Engagement ortsansässiger Vereine, Einrichtungen und Institutionen und dem starken Standortbekenntnis der Laufer Unternehmer. Stellvertretend für viele andere nannte er die Firma EMUGE, die auf dem ehemaligen Döbrich & Heckel-Areal eine moderne mehrgeschossige Fabrik bauen werde, und die Montessori-Schulvereinigung, die eine Erweiterung ihrer Fachoberschule und ihres Schulzentrums plane.

Ein herzliches Dankeschön richtete er auch an den Stadt- und den Jugendrat, das gesamte Team der Stadt Lauf mit allen Einrichtungen, Abteilungen und Fachbereichen sowie die Beauftragten für Senioren und Menschen mit Behinderung: „Sie alle sind dem Kompass in Richtung Zukunft gefolgt, haben Wege aufgezeigt, geebnet und beschritten. Lassen Sie uns motiviert und dankbar für das, was wir schon erreicht haben, an den zahlreichen Baustellen in unserer Stadt (weiter-) arbeiten. Der Grundstein ist gelegt, Konzepte, Planungen und auch die Finanzierungen stehen.“

Kritischer Blick auf Künstliche Intelligenz

Kritisch setzte er sich mit dem Zukunftsthema „KI“ – Künstliche Intelligenz auseinander: „Wo ist da Platz für Persönlichkeiten, Emotionen und Werte wie Loyalität und Fairness? Wäre es nicht besser, wir folgten mehr der „MI“ – unserer menschlichen Intelligenz, also dem gesunden Menschenverstand?“

Zweifellos könne Künstliche Intelligenz das Leben verbessern, allerdings nur, wenn man sie verantwortungsvoll und zum Wohle der Gesellschaft nutze. Zudem müsse man aufpassen, dass man sich von „Computermaschinen der Marke Raupe Nimmersatt“ und Onlinegroßhändlern nicht den Boden, auf dem man Zukunft bauen wolle, entziehen lasse. „Wenn wir alle immer mehr bei Amazon und Co bestellen, werden unsere Traditionsläden allmählich aus der Innenstadt verschwinden und auch keine neuen Einzelhändler mehr investieren, dafür aber auf den Straßen mehr und mehr Lieferdienste unterwegs sein.“

Zudem brächten Amazon-Umsätze den Lauferinnen und Laufern keine Steuereinnahmen und damit auch keine neue Wohnungen, Kita-Plätze und moderne Schulen, keine Sportförderung oder Feuerwehrautos.

Anpassung kommunaler Finanzierungsmöglichkeiten

Im digitalen Zeitalter müssten sich auch die Finanzierungsmöglichkeiten der Kommunen adäquat weiterentwickeln, so Bürgermeister Benedikt Bisping mit Blick auf die Bundes- und Landespolitik. Anstelle längst in die Jahre gekommener Einnahmequellen wie beispielsweise der Schaumweinsteuer, die 1902 zur Finanzierung der kaiserlichen Marine ins Leben gerufen worden war, seien nun sogenannte „Digitalsteuern“ und dergleichen gefragt: „Wie wäre es beispielsweise, pro Megabit-Datentransfer ein 1.000stel Cent für den Wohnungsbau abzuführen? Und warum hören wir nichts mehr von einem Grundsteuermodell C, um zu verhindern, dass bereits erschlossene Grundstücke als ruhendes Kapital genutzt und nicht bebaut werden?“

Nicht nachvollziehbar sei für ihn auch, dass die Regierung zum Jahresende allen Eltern, unabhängig von der Höhe ihres Einkommens, kostenlose Kita-Plätze versprochen habe. In Bayern wolle man den Kindergartenbesuch ab Anfang April nun schon im ersten und zweiten Kindergartenjahr mit 100 Euro pro Monat bezuschussen (bisher gibt es diesen Zuschuss nur für das dritte und letzte Kindergartenjahr). Ab 2020 solle der Zuschuss dann auch für den Besuch einer Krippe oder einer vergleichbaren Tagesbetreuung gewährt werden. Die hierfür anfallenden Mehrkosten für den Freistaat – rund 500 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren – hätte man sinnvoller in die Qualität der Kindertagesstätten und weitere Betreuungskräfte investiert, so die Meinung des Bürgermeisters.

„Beste Baumeister“ für die Zukunft gesucht

Für eine gute Zukunft der Stadt Lauf brauche man die „besten Baumeister“, so das Stadtoberhaupt weiter – gut ausgebildete Fachkräfte, engagierte Ehrenamtliche, Menschen mit Optimismus, Empathie und Tatendrang, die Verantwortung übernähmen, Vorbilder seien und auf die man sich verlassen könne.

Und auch Künstler und Kreative, die das Leben in Lauf bunter und schöner machten.
So wie beispielsweise der Musikverein Lauf, der 2019 sein 50-jähriges Bestehen feiere, und der Laufer Künstlerkreis, der auf eine 30-jährige Geschichte zurückblicken könne und seine Werke beim Neujahrsempfang unter dem Titel „Kunstmeile“ sowohl dreidimensional als auch digital am Bildschirm zeigte. Oder die musikalischen Überraschungsgäste des Abends, die Schwestern Judith Geißler und Miriam Wackershauser aus Günthersbühl. Als Duo „Wir zwei“ hatten sie sich im vergangenen Jahr beim Lotto Bayern Music Award gegen mehr als 100 Mitbewerber durchgesetzt und neben einem Preisgeld auch einen Gutschein für einen professionellen Musikvideodreh gewonnen. An diesem Abend präsentierten sie zum ersten Mal live in Lauf ihren selbst geschriebenen Siegertitel „Über dem Regenbogen“ und den Song „Schatten im Kristall“.

Eine Passage daraus – „Wenn nicht jetzt, wann dann, sag, wann fängst du´s an, wann traust du dich ran, auf was wartest du, sag, wann startest du“ – klang wie eine musikalische Version der Motivationsrede des Bürgermeisters. „Blicken wir mit Zuversicht nach vorn, vertrauen wir auf unser Glück, packen wir’s an und bauen wir gemeinsam Zukunft – ganz im Sinne von Mahatma Gandhi, der ganz richtig sagte: Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun“.

Optimistische Rede des Landrats

Von Optimismus geprägt war auch die Rede des Bezirkstagspräsidenten und Landrats Armin Kroder, der den Anwesenden den Psalm 34,15 „Suche Frieden und jage ihm nach“ als Jahreslosung mit auf den Weg gab.

Man erlebe im Landkreis im Moment „sehr, sehr gute Zeiten“ und könne in den Kommunen auf viele Menschen zählen, die ihre Aufgaben mit Leidenschaft anpackten, konsequent und nachhaltig erledigten. Mit Blick auf die anstehenden Jubiläen „70 Jahre BRD und Grundgesetz“ und „30 Jahre Mauerfall“ wolle man die Geschichte weitererzählen: „Es darf gut bleiben, es darf auch noch besser werden.“ Alle könnten mitmachen – und vor allem diejenigen, „die stets wissen, wie’s besser geht“ seien herzlich dazu eingeladen, sich einzubringen.

Als Themen, mit denen man sich im kommenden Jahr im Landkreis verstärkt beschäftigen werde, nannte der Landrat beispielhaft den Ausbau des digitalen Netzes, die Fachkräftesicherung – „zur Besetzung freier Stellen geben wir beim Thema Regionalmarketing weiterhin Vollgas“ – und das Flächenmanagement. Um Firmen, die sich vergrößern oder neu in der Region ansiedeln wollen, Platz bieten zu können, habe man in allen Landkreisgemeinden Potentiale ermittelt.

Auch zur Zukunft der Laufer Kaiserburg äußerte sich Kroder. Das inhaltliche Konzept für eine dauerhafte Nutzung des geschichtsträchtigen Gebäudes als interkulturelles Deutsch-Tschechisches Kompetenzzentrum für Sprachen und Wirtschaft – Stichwort Wenzel-Akademie – sei fast fertig. „Die Chancen für einen künftigen ‚Hochschulstandort Lauf‘ stehen nicht schlecht und wir freuen uns über jeden, der uns dabei unterstützen möchte, dieses Ziel zu erreichen.“

Die Rede des Stadtoberhaupts gibt es nachfolgend zum Download; Fotos finden Sie in unserer Opens internal link in current windowBildergalerie.





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