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24.10.2018

Begegnung mit einem Ausnahmekünstler

Retrospektive würdigt das Lebenswerk Kurt Kolbes


Die Bürgermeister Benedikt Bisping (links) und Norbert Maschler (rechts) mit Hedi Seebode und Prof. Dr. Sebastian Kolbe

Die Bürgermeister Benedikt Bisping (links) und Norbert Maschler (rechts) mit Hedi Seebode und Prof. Dr. Sebastian Kolbe

Otfried Bürger, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Nürnberg, Hedi Seebode, Landrat Armin Kroder, Dr. Ina Schönwald und Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt beim Rundgang durch die Ausstellung (Fotos: Hiller)

Otfried Bürger, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Nürnberg, Hedi Seebode, Landrat Armin Kroder, Dr. Ina Schönwald und Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt beim Rundgang durch die Ausstellung (Fotos: Hiller)

Seine Arbeiten waren bei verschiedenen Ausstellungen in Deutschland, Frankreich und Mazedonien zu sehen. Er hat unter anderem die Fresken in St. Matthäus, das farbige Mosaik am Haus Plobenhofstraße und eine Metall-Stein-Plastik im Rot-Kreuz-Gebäude in Nürnberg gestaltet. Aus seiner Hand ist die Wandmalerei in der Johanneskirche in Burgthann und im Laufer Rathaus ist er mit Stadtansichten auf Glas stets präsent.

Auch zahlreiche großformatige Personen- und Landschaftsgemälde, Aquarelle und Ölbilder gehören zum Werk Kurt Kolbes, dessen kreativem Schaffen sich die Retrospektive „Ausdruck in Farbe und Form“ widmet, die Anfang Oktober in der Laufer Kaiserburg eröffnet wurde.
Mehr als 100 Gäste waren zur Vernissage gekommen, die von Christoph Grassl und Peter Schwarzer musikalisch begleitet wurde – neben der Familie des 2016 verstorbenen Künstlers und zahlreichen Lokalpolitikern auch Freunde und Weggefährten aus dem Laufer Künstlerkreis, dessen Gründungsmitglied und langjähriger Sprecher Kurt Kolbe war, sowie Mitglieder der Feuerwehr seines Heimatorts Oedenberg, der er seit 1977 angehörte und der er sich eng verbunden fühlte.

Engagement für die Laufer Kulturszene

Mit der historischen Kaiserresidenz verfüge man über einen Ausstellungsraum, der einen würdigen Rahmen für die Präsentation biete und Kolbes jahrzehntelangem Engagement für die Laufer Kulturszene gerecht werde, unterstrich Bürgermeister Benedikt Bisping, der seine Rede mit einem Zitat des Künstlers eröffnete. Kunst brauche Räume, habe Kolbe stets betont, und man freue sich sehr, dass er nun der Erste sei, dem eine Einzelausstellung in der Burg gewidmet werde.
„Dank des Engagements des Freistaats Bayern, des Landkreises Nürnberger Land, des Laufer Stadtrats und der Verwaltung haben wir mit dem restaurierten Wenzelschloss einen Schatz bekommen“, so der Bürgermeister weiter. „Und wir hoffen, dass wir hier schon bald noch weitere Projekte verwirklichen können.“
Ebenso wie die nachfolgenden Redner richtete er ein ganz besonderes Dankeschön an den Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt, der sich seit Anbeginn für die Öffnung der Kaiserburg stark gemacht habe, und die Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg, die die Retrospektive finanziell unterstützte.

Präsentation des künstlerischen Nachlasses

Jahrelang hatten sich die Angehörigen Kurt Kolbes gemeinsam mit der Laufer Stadtarchivarin Dr. Ina Schönwald um die Ausstellung bemüht; dass diese nun eröffnet werde, bedeute ihm viel, wie Professor Dr. Sebastian Kolbe, der Sohn des Künstlers hervorhob. Sehr persönliche Worte richtete er an seine Tante Hedi Seebode. Sie sei es gewesen, die sich intensiv um den künstlerischen Nachlass ihres Bruders und dessen Präsentation in der Öffentlichkeit gekümmert habe.
„Mein Vater lebt in seiner Kunst weiter“, so Kolbe. „Seine Bilder sind geschöpft aus der Substanz seines Lebens, zu dem immer auch das Reisen gehörte. So bietet diese Werkschau einen Einblick in sein Wirken als das eines in der Region verwurzelten, aber in die Welt ausgreifenden Künstlers, für den es ständig galt, neue Eindrücke zu verarbeiten.

Einfach nur zu malen sei Kurt Kolbe nicht genug gewesen, er wollte schaffen. „Kein Bild war jemals wirklich ‚fertig‘, ein jedes konnte auch nach Jahren noch überarbeitet, noch verbessert werden.“

Zeitgeschehen prägt Kunst und Kultur

Die Entwicklung von Kunst und Kultur sei stets auch vom jeweiligen Zeitgeschehen bestimmt, wie die Kuratorin Dr. Ina Schönwald ausführte. Vor allem die durch die Weltkriege bedingten Umbrüche und Erlebnisse wie Flucht und Vertreibung hätten die Menschen und damit die Kultur des 20. Jahrhunderts in mannigfaltiger Weise geprägt.

Das gilt auch für Kurt Kolbe. 1931 im schlesischen Freiheitsau als zweites von sechs Kindern deutschstämmiger Eltern geboren, musste er mit seiner Familie in einer langen Odyssee von Ende Januar 1945 bis Ende Oktober 1945 nach Deutschland fliehen. Nach einer Ausbildung zum Dekorationsmalermeister besuchte er von 1953 bis 1959 die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, deren Außenstelle zwischen 1985 und 2013 in der Laufer Kaiserburg beheimatet war. Er war Meisterschüler Professor Otto Michael Schmitts, der auch sein Mentor wurde. Eine neue Heimat fand er schließlich im Laufer Ortsteil Oedenberg, in dem das Mosaik an der Wand des dortigen Feuerwehrgerätehauses immer noch an ihn erinnert.

Ein Beispiel für gelungene Integration

Kurt Kolbes Biographie sei beispielhaft für eine gelungene Integration, betonte Armin Kroder, Landrat und Vorsitzender der Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg. Als Mitbegründer und langjähriger Sprecher des Künstlerkreises habe er nicht nur den Lauferinnen und Laufern immer wieder neue Impulse gegeben, sondern auch weit über die Grenzen der Pegnitzstadt hinaus den Austausch mit anderen Künstlern und Kunstinteressierten gesucht.

Ob bei der Organisation der Ausstellungen zum Neujahrsempfang, seinem Einsatz für die Städtepartnerschaft mit Brive-la-Gaillarde oder den Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler – “er hat die Kunstlandschaft der Metropolregion durch seine Persönlichkeit und sein Werk auf beeindruckende Weise mitgeprägt"


Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter, 112-seitiger Katalog erschienen. Neben einem Aufsatz zum Künstler zeigt er nicht nur die Gemälde der Ausstellung in der Kaiserburg, sondern alle Gemälde, die sich als Dauerleihgabe in den Städtischen Sammlungen Lauf befinden. Darüber hinaus sind auch die Fresken und Mosaike Kolbes im öffentlichen Raum der Metropolregion abgebildet.
Der Katalog ist zum Preis von 20 Euro im Stadtarchiv, im Infopunkt der Laufer Burg und in den Laufer Buchhandlungen erhältlich.



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