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23.10.2018

„Vorzeigeprojekt Kunigundenschule“

Lauf stärkt seine Rolle als Bildungsstandort und investiert 15,3 Millionen Euro in Ausbau und Sanierung des Schulgebäudes


Rund 120 Gäste waren zur Einweihungsfeier in die Schulmensa gekommen (Foto: Hiller)

Rund 120 Gäste waren zur Einweihungsfeier in die Schulmensa gekommen

Mit bunten Buchstaben formulierten die Kinder ein Dankeschön an alle Beteiligten

„Plant for the Planet“ – im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung pflanzten der Dritte Bürgermeister Thomas Lang, Landrat Armin Kroder, Bürgermeister Benedikt Bisping, sein Stellvertreter Norbert Maschler, Monika de Jesus-Hauber und Michael Kirstein einen Baum oberhalb des Sportplatzes (Fotos: Hiller)

Mit der Erweiterung und der Generalsanierung der Kunigundenschule wurde ein weiteres Großprojekt der kinderfreundlichen Stadt Lauf realisiert.

An den Neubau eines modern ausgestatteten zweigeschossigen Seitenhauses mit Mensa und mehreren Gruppenräumen, der im August 2015 fertiggestellt worden war, hatte sich die Rundumerneuerung des Grund- und Mittelschulgebäudes aus den sechziger Jahren angeschlossen, das nun mit einer Feier wieder offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.

Rund 120 Gäste konnten die Rektoren der Grund- und Mittelschule Monika de Jesus-Hauber und Michael Kirstein in der zum Festsaal umgestalteten Mensa begrüßen – darunter Claudia Botsch von der Staatlichen Schulberatungsstelle Mittelfranken, Schulamtsdirektor Joachim Schnabel, die ehemalige Rektorin Cornelia Schindler und den früheren Konrektor Helmut Koch.

Auch Landrat Armin Kroder, Bürgermeister Benedikt Bisping und seine Stellvertreter Norbert Maschler und Thomas Lang sowie der Altbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Lauf, Rüdiger Pompl, Mitglieder der Stadtrats und Mitarbeiter der Stadtverwaltung feierten mit der Schulgemeinschaft, Kindern und Eltern den erfolgreichen Abschluss der mehr als 15 Millionen teuren Maßnahme.

Stetige Erweiterung des Angebots

Die Kunigundenschule habe in den vergangenen Jahren ihr Angebot stetig erweitert, wie Bürgermeister Benedikt Bisping in seiner Rede ausführte.

Seit dem Schuljahr 2005/06 gebe es hier das offene Ganztagsmodell, das seit 2009/10 in gebundener Form fortgesetzt werde. In Kooperation mit der Berufsschule Nürnberger Land habe man zudem mit der Wirtschaftsschule, die im September 2011 an den Start ging, und der Berufsorientierungsklasse, die 2017/18 ins Leben gerufen wurde, zwei Schul-/ bzw. Unterrichtsformen etabliert, die bisher im Nürnberger Land einmalig seien.

Mittlerweile habe man auch die Genehmigung für den Ganztag in der Grundschule, der Kinderhort Hummelnest sei mit ins Haus eingezogen und direkt neben der Schule habe man eine neue Kindertagesstätte eingerichtet. Darüber hinaus gebe es eine Übergangsklasse, in der man neu zugewanderte Kinder und Jugendliche ohne ausreichende Sprachkenntnisse überwiegend in Deutsch als Zweitsprache unterrichte.

Modernes Bildungs-Kompetenzzentrum

„Hier ist in den letzten Jahren ein modernes Bildungs-Kompetenzzentrum entstanden, für das wir jetzt adäquate Räumlichkeiten geschaffen haben“, so der Bürgermeister weiter, der sich bei den Verantwortlichen im Rathaus, den Mitgliedern des Stadtrats und den zuständigen Planern, Architekten und Baufirmen herzlich für ihr Engagement bedankte. „Der lange Atem hat sich gelohnt! Alles ist sehr schön geworden und die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler erhalten nun mehr Raum und Wertschätzung“, lobte er.

Mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, die entsprechende Fördergelder zur Verfügung stellten, habe man diese „Vorzeigeprojekt“ stemmen können.

„Wir hatten eine Mission: Entfacht ein Feuer, beziehungsweise entfacht viele kleine Feuer“, fasste Richard Knauer, Fachgebietsleiter Hochbau und Umwelt zusammen. „Denn nur wenn es gelingt, Schülerinnen und Schüler zu begeistern, kann Bildungspolitik erfolgreich sein“. So habe man sowohl bei dem Neubau als auch bei der Sanierung des Altbaus Nägel mit Köpfen gemacht.

Nutzfläche von 7.100 Quadratmetern

Das Ensemble hat inklusive Turn- und Schwimmhalle eine Nutzfläche von rund 7.100 Quadratmetern und wurde nicht nur energetisch, wärme- und schalltechnisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch barrierefrei umgebaut, isoliert und mit einem behindertengerechten Aufzug ausgestattet. Zudem wurde eine Schadstoffsanierung durchgeführt und ein neues Brandschutzkonzept entwickelt.

Darüber hinaus hat man die Schule ans Glasfasernetz angeschlossen und alle Klassenzimmer und Fachräume mit modernen elektronischen Tafeln ausgestattet, die einen interaktiven Unterricht mit Texten, Fotos und Animationen ermöglichen.

Und nicht zuletzt wurden auch die Pausenhöfe neu gestaltet, Spielgeräte zum Klettern und Balancieren aufgestellt und zwei „grüne Klassenzimmer“ mit Sonnensegeln eingerichtet.

Hoher Sanierungsaufwand

„Eine Grund- und Mittelschule, die mit einem so hohen Aufwand saniert wird, findet man nicht an jeder Ecke“, bekräftigten die Schulleiter Monika de Jesus-Hauber und Michael Kirstein, die ein Schreiben der Stadtverwaltung über die „Erhaltung des Schulgebäudes“ aus dem Jahr 1966 zitierten und damit beim Publikum für Lacher sorgten.

Auch wenn man sich in den Folgejahren stets an die Anweisung, die Schuhe im Schulgebäude auszuziehen, gehalten habe – „denn diese Maßnahme hält das Klassenzimmere sauber, sorgt für Bequemlichkeit und lüftet und kühlt die Füße“ – sei die Sanierung irgendwann unumgänglich gewesen.

Entstanden sei ein modernes, auf die Zukunft ausgerichtetes Schulgebäude, in dem man gerne lerne und arbeite – oder, um es mit den Worten der Elternbeiräte Christine Enhuber und Carolin Seybold zu sagen: „Hier ist ein guter Platz, um groß zu werden.“  

Investition von rund 15,3 Millionen Euro

Rund 15,3 Millionen Euro hat das Projekt die Stadt Lauf gekostet: 2,0 Millionen Euro für den Erweiterungsbau, 12, 2 Millionen Euro für die Sanierung des Altbaus und 1,1 Millionen Euro für den Anschluss an den Nahwärmeverbund, dazu kommen noch die Kosten für die Digitalisierung. Doch das Geld sei gut angelegt, wie Landrat Armin Kroder hervorhob: „Wer in die Schulerneuerung investiert, investiert in die Bildung – und keine Bildung ist auf lange Sicht wesentlich teurer!“

Das bestätigte auch Schulamtsdirektor Joachim Schnabel: „Bildung ist ein Standortfaktor – und die Stadt Lauf hat viel Geld, Ideen und Arbeitskraft eingebracht, um ihren Standort zu stärken.“ Nun gelte es aber auch von Seiten der Politik, „die richtigen Entscheidungen zu treffen“. Um Herausforderungen wie Inklusion, Migration und Digitalisierung bewältigen zu können, brauche man mehr Personal und vor allem auch multiprofessionellere Teams; schließlich wolle man den Kindern die bestmöglichen Bildungschancen eröffnen.

„Die grünen Tafeln gibt’s nicht mehr!“

Ein Schlüssel hierzu ist sicherlich die digitale Schulausstattung, über die sich nicht nur die Schülersprecherinnen Wiktoria Klosowiak und Larica Band freuten – „die grünen Tafeln gibt’s nicht mehr!“.

Und auch ihren Mitschülerinnen und Mitschülern gefällt „die neue Kuni“ ganz offensichtlich sehr gut. Mit bunten Buchstaben, die sie hochhielten, erinnerten sie an die Bauarbeiten – A (alter Kasten wird aufpoliert) – K (Kosten? Unvorstellbar hoch, aber nicht explodiert) – U (Umzug in Container) – C (Container. Damit sich die Eltern beruhigen, Pavillons genannt) – E (energetisches Meisterwerk) – Ö (Öl ade! Ökologisch halt) – C (Clos, so schön, dass man sich stundenlang darauf aufhalten möchte) – und bedankten sich für die schöne Schule, die sich die Gäste bei einem anschließenden Rundgang ganz genau ansehen konnten.

Impressionen zur Wiedereröffnung finden sie in der Opens internal link in current windowBildergalerie



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