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11.06.2018

Der Eichenprozessionsspinner

Wichtige Informationen zu einem sehr aktuellen Thema.


Eichenprozessionsspinner-Raupen

Eichenprozessionsspinner-Raupen

Allgemeines:

Der Eichenprozessionsspinner kommt nur an Eichen vor. Ende Mai / Anfang Juni ist der Zeitpunkt der Gifthaarbildung. Ab Juli / August verpuppen sich die Raupen. An seinen langen Prozessionen mit Hunderten von Raupen an den Stämmen der befallenen Eichen ist er relativ leicht zu erkennen. Sonniger  Standorte, einzeln stehende Bäume und lichte Wälder werden bevorzugt befallen. Die sehr feinen Haare der Raupe, welche ein Eiweißgift enthalten, können bei Menschen zu toxischen und / oder allergischen Reaktionen führen. Dabei muss man mit der Raupe selbst nicht in Kontakt kommen. 

 

 

Dauer der Gefährdung:

Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit am größten. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar, da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen. Sie haften sich auch an Kleidern und Schuhen und können bei Berührung allergische Reaktionen auslösen.

 

Bekämpfung:

Vorrangig muss eine Bekämpfung dort in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch die Gifthaare gefährdet sind und eine Absperrung des befallenen Geländes für längere Zeit unmöglich ist. Zuständig zur Abwehr der Gefahr auf öffentlichen Grund sind die Gemeinden, bei Privatgrundstücken zunächst die Eigentümer. Im Einzelfall können sich Privatpersonen an die Hotline wenden. Privatpersonen sollten dabei jedoch nicht zum Mittel der Selbsthilfe greifen, sondern immer den Rat von Fachleuten einholen. 

 

Risikogruppen:

Besondere Vorsicht sollten folgende Personengruppen walten lassen:

• Erholungssuchende im Wald und an Waldrändern

• Besucher von Freizeitanlagen (z. B. Sportplatz, Kinderspielplatz, Parkplätzen)

• Direkte Anwohner zu betroffenen Gebieten

• Spielende Kinder durch unmittelbare Berührung mit den Raupen und ihren Nestern

• Gefahr von Magenschleimhautentzündung bei Tieren über die Aufnahme der Brennhaare mit der Nahrung

 

Symptome:

Die allergische Reaktion des Immunsystems kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaften Husten und Asthma führen. In Einzelfällen kann es zu allergischen Schockreaktionen kommen. Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte der behandelnde Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen. 

 

Vorsichtsmaßnahmen:
Zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen wird geraten:

• Grundsätzlich die Befallsareale (Eichenwälder) meiden, also kein Picknick unter befallenen Eichen. 

• Beachten sie Absperrungen und Hinweisschilder

• Raupen und Gespinste nicht berühren

• Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren

• Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen

• Auf Holzarbeiten- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind

• Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuchten (Schädlingsbekämpfer) durchführen lassen

 

Was ist zu tun, wenn man kontaminiert ist?

• Sofort den gesamten Körper abduschen!

• Die Augen gut mit Wasser spülen!

• Die komplette Kleidung sofort wechseln und gründlich mit Wasser reinigen!

• Bei Auftreten von Juckreiz und Hautreizungen sowie allergischen Symptomen den behandelnden Arzt oder Hautarzt aufsuchen und diesem mitteilen, dass sie Kontakt mit diesen Raupen hatten!

 

An wen kann ich mich wenden, wenn ich befallene Bäume entdecke?

Eine gesetzliche Meldepflicht besteht nicht. Es ist jedoch sinnvoll, wenn ein verstärkter Befall von Eichen mit dem Eichenprozessionsspinner festgestellt wird, dies zu melden.

Bürger, die befallene Eichen auf städtischem Grund entdecken, können diese unter genauer Angabe des Ortes unter folgender Telefonnummer: 184-134 oder 184-139 (Ordnungsamt und Bürgerdienste) melden. Die Mitarbeiter sind zu den üblichen Sprechzeiten erreichbar. 

 

Weitere Informationen erhalten sie auch über die Seite der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaften www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/066204/index.php



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