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15.05.2020

„Wir wollen bestmögliche Strategien für die Zukunft unserer Stadt entwickeln“

Ein Gespräch mit dem neuen Bürgermeister Thomas Lang


Stadtrat Adolf Volkmar Dienstbier vereidigte den neuen Bürgermeister Thomas Lang im Amt

Stadtrat Adolf Volkmar Dienstbier vereidigte den neuen Bürgermeister Thomas Lang im Amt

Von seinem Vorgänger Benedikt Bisping nahm Bürgermeister Thomas Lang die Amtskette entgegen (Fotos : Hiller)

Von seinem Vorgänger Benedikt Bisping nahm Bürgermeister Thomas Lang die Amtskette entgegen (Fotos : Hiller)

Bisher hatte er das (Ehren-)Amt des Dritten Bürgermeisters inne, nun regiert Thomas Lang von den Freien Wählern die Kreisstadt Lauf.

Im Interview wirft er einen Blick zurück auf den Wahlkampf und spricht über die Herausforderungen, die sein neues Amt mit sich bringt.

Herr Lang, bei der Kommunalwahl am 15. März lagen Sie mit 3740 Stimmen noch deutlich hinter dem Amtsinhaber Benedikt Bisping, auf den 5897 Stimmen entfielen. Die Stichwahl konnten Sie dann aber mit 7463 zu 6931 Stimmen für sich entscheiden. Hat Sie das Ergebnis überrascht und was war Ihrer Meinung nach ausschlaggebend für diesen Erfolg?

Es kam so, wie ich mir das erhofft hatte, aber natürlich hat es mich ein Stück weit überrascht. Wir hatten aber auch ein herausragendes Team. Das beginnt in der eigenen Familie und geht weiter mit den Freunden aus der Gemeinschaft der Freien Wähler. Jeder hat alles, was möglich war, in die Waagschale geworfen. In der Schlussphase kam die Unterstützung der CSU, der SPD-Fraktion, der Bunten Liste und des Stadtrats Karl-Heinz Herrmann hinzu, ebenso wie die Hilfe von vielen weiteren Unterstützern.

Was war Ihre Motivation, sich nach 2014 noch einmal zur Wahl zu stellen?

Ich konnte 2014 einen Achtungserfolg erzielen. Schon zuvor, aber besonders im Amt des Dritten Bürgermeisters, wurden oft die unterschiedlichsten Anliegen an mich herangetragen – und dafür nahm und nehme ich mir auch gerne Zeit.
Wir haben so viele Bürgerinnen und Bürger mit guten Ideen für unsere Stadt. Hier, wenn möglich, zu helfen, Ideen gemeinsam umzusetzen und aus Anregungen konkrete Projekte und Maßnahmen zu entwickeln, ist eine wunderbare Aufgabe.

Als bisheriger Dritter Bürgermeister haben Sie bereits Erfahrung mit der Arbeit in der Stadtverwaltung und dem Stadtrat. Nichtsdestoweniger kommt nun eine Fülle neuer Aufgaben auf Sie zu. Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?

Ich habe zu sehr vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Stadtverwaltung Kontakt aufgenommen. Dazu kommen zahlreiche Gespräche mit befreundeten Bürgermeistern. Viele meiner Amtskollegen leisten großartige Arbeit und es ist sicherlich hilfreich, sich deren Strategien anzusehen und daraus einen eigenen Weg zu entwickeln.

Sie übernehmen das Bürgermeisteramt in einer Ausnahmesituation. Welche Auswirkungen der Corona-Krise auf die Stadt Lauf erwarten Sie und was sind diesbezüglich die drängendsten Themen, die Sie anpacken wollen?

Ich befürchte schlimme Konsequenzen für viele Arbeitsverhältnisse, für viele Unternehmen, Gastronomen, Freischaffende und generell für unsere Kultur-, Musik-, Sport- und Freizeitlandschaft. Im Moment hat der Gesundheitsschutz richtigerweise die allerhöchste Priorität. Aber bereits jetzt müssen wir darüber nachdenken, wie wir unsere Angebote sukzessive wieder hochfahren können. Von Kunst-, Musik- und Sportangeboten bis zu speziellen Förderprogrammen haben wir viel in der Planung. Wann wir diese Maßnahmen umsetzen können, ist jedoch von der allgemeinen Situation und den Regelungen von Land und Bund abhängig.

Welche Schwerpunkte haben Sie sich ansonsten für die nächsten Monate gesetzt und worin sehen Sie die größten Herausforderungen?

Wir werden uns momentan (leider) vorranging mit dem Corona-Thema beschäftigen müssen und nutzen die Möglichkeiten, die wir haben, um beispielsweise städtische Einrichtungen wie das Museum, das Stadtarchiv oder die Bücherei wieder zu öffnen. Das klappt nur mit besonderem Einsatz und maßgeschneiderten Konzepten – aber da kann ich mich voll und ganz auf das Team der Stadt Lauf verlassen.

Es ist sehr schön zu erleben, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier mit viel Herz und Engagement bei der Sache sind und an einem Strang ziehen. Und diese Haltung werden wir auch auf andere Bereiche übertragen. Ich denke da an verschiedene Projekte – von der Kinderbetreuung bis zu Bauvorhaben, von Regelungen für unsere Einrichtungen bis hin zur Transparenz im Rathaus und vieles andere mehr.

Gibt es einen Tätigkeitsbereich, auf den Sie sich besonders freuen?

Auf den täglichen Kontakt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und viele konstruktive Gespräche, in denen wir bestmögliche Strategien und Maßnahmen für die Zukunft unserer Stadt entwickeln werden.

Was denken Sie, zeichnet die Stadt Lauf besonders aus? Wodurch kann sie sich im Vergleich mit anderen Städten profilieren?

Wir haben eine ausgeprägte Kultur mit Festen und Feiern. Wir haben kulturelle Einrichtungen und eine wunderbare Landschaft für Freizeitaktivitäten, sind gleichzeitig aber auch ein dynamischer Wirtschaftsstandort. Und die gute Lage am „Nürnberger Speckgürtel“ mit direkter Anbindung an die A9 und die B14 hilft uns, das alles auch zu bewahren und auszubauen.

Langfristig gedacht: Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf und welche Projekte möchten Sie in den kommenden sechs Jahren auf den Weg bringen?

Vor allem im Bereich der Kinderbetreuung und Schulen müssen wir stets am Ball bleiben. Die Maßnahmen in Heuchling werden hier zu den ersten größeren Projekten gehören; interne Vorbesprechungen haben bereits stattgefunden.

Angesichts steigender Mieten und Grundstückspreise gilt es außerdem, bezahlbare, neue Wohnräume zu schaffen. Wir haben vielerlei Möglichkeiten, uns familienfreundlicher zu entwickeln, müssen aber genau abwägen, was hier die beste Lösung ist. So wollen wir einerseits die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt entschärfen, nicht aber unser schönes Stadtbild durch zu massive Neubebauung beeinträchtigen. Hier gilt es, gute Kompromisse zu finden – in der Kernstadt ebenso wie in den Ortsteilen.

Sehr am Herzen liegt mir auch der nächste Punkt auf der Agenda, der Kunigundenberg. Für dessen Nutzung wollen wir gemeinsam ein schlüssiges Konzept erarbeiten.  

Des Weiteren müssen wir den Blick auf strategische Themen wie zum Beispiel Gesundheit, Sicherheit, Energie und Ressourcenschonung legen. Vieles davon ist nicht allein auf kommunaler Ebene zu lösen, wir können aber einen großen Beitrag leisten.

Was wünschen Sie der Stadt Lauf und sich selbst für die Zukunft?


Früher war der Wunsch nach Gesundheit beinahe eine Floskel. Heute ist das Thema aktueller denn je und – wie immer – entscheidend.

Ich hoffe, dass wir bald wieder aus dem Vollen schöpfen und unsere Gestaltungsmöglichkeiten nutzen können. Natürlich müssen dann all unsere großen Pläne und Projekte gut durchdacht sein und einfach „sitzen“. Aber daneben gibt es auch viele vergleichsweise kleine Dinge, von denen die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger abhängen. Wenn wir beides im Auge behalten, können wir viel erreichen.  

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bürgermeister Lang.

(Das Interview führte Katrin Hiller)



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