10 Jahre Erster Bürgermeister von Lauf

„…sich den Lauferinnen und Laufern persönlich widmen“

Ein Gespräch mit dem Ersten Bürgermeister Benedikt Bisping

Seit 1996 Mitglied des Laufer Stadtrats wurde er 2008 zum Ersten Bürgermeister gewählt und sechs Jahre später im Amt bestätigt. Er ist zudem Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags.

Zum zehnten Jahrestag seines Amtsantritts am 1. Mai hielt Bürgermeister Bisping im Rahmen eines Interviews nun Rückschau auf das letzte Jahrzehnt.

Seit zehn Jahren sind Sie Erster Bürgermeister der Stadt Lauf. Erinnern Sie sich noch an den Tag Ihres Amtsantritts?
Ja, aber mehr noch ist mir der unvergessliche Wahlabend in Erinnerung geblieben. „Lauf ich liebe Dich“ – ein spontaner Ausdruck der Freude, den Nürnbergs Oberbürgermeister Uli Maly damals mit den Worten kommentierte, ich möge bitte auch an meine Frau Lydia denken.

Was war die Motivation, sich seinerzeit für dieses Amt zu bewerben?
Nach zwölf Jahren im Stadtrat wollte ich ganz konkret Verantwortung übernehmen, „gemeinsam Zukunft bewegen“ – oder, um es mit den Worten Willy Brandts zu sagen: „Die beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist sie zu gestalten“. Mir lag es am Herzen, Lauf als eine der kinderfreundlichsten Städte im Land zu entwickeln – damit es allen Generationen gut geht.

Vor welchen Herausforderungen stand die Stadt 2008?
Es galt, neue Schul- und KiTa-Angebote zu schaffen, weshalb wir den Kinder-, Jugend- und Seniorenausschuss ins Leben riefen. Auf der Agenda standen daher auch Ganztags- und Mensaplätze, der Jugendrat wurde gegründet und das neue Hermann-Keßler-Stift gebaut. Als Unternehmer war es mir wichtig, gleich die Wirtschaftsförderung im Laufer Rathaus fest zu etablieren.

Mit großen Erwartungen und viel Elan machten wir uns im Stadtrat, im Rathaus und den Einrichtungen an die Arbeit.

Wie hat sich Lauf im vergangenen Jahrzehnt entwickelt?
Prächtig.

Was war der bislang schönste Moment in Ihrem Amt als Bürgermeister?

Tatsächlich waren es mehrere: Die Wiedereröffnung der Laufer Kaiserburg und die ersten Trauungen im Wappensaal ebenso wie der Erfolg der Sing- und Musikschule im nagelneuen Gebäude in der Kunigundenstraße, die Einführung des Laufer Kinderfonds und nicht zuletzt die Wiederwahl als Bestätigung der bisher geleisteten Arbeit und des bislang härtesten Marathons meines Lebens. Aber auch die wichtigen Standortbekenntnisse zahlreicher Laufer Unternehmen wie etwa von Thomas Sabo, der Firma Emuge oder die zwei neuen Fachoberschulen. Und vieles mehr.

Auf welche Erfolge sind Sie besonders stolz?
Ich hätte mir vor zehn Jahren nie vorstellen können, gemeinsam und in breiter Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und den zahlreichen Institutionen so viel für Lauf auf den Weg bringen zu können. Die Stadt hat im vergangenen Jahrzehnt weit über 100 Millionen Euro investiert, so beispielsweise die Kunigundenschule und die zahlreichen neue Kindertagesstätten. Dazu kommen die Projekte des Landkreises, der Städtischen Werke, der Stiftungen und der privaten Hand sowie der Institutionen und unzählig vielen Vereine. Ganz aktuell der einstimmige Beschluss zur großen Sanierung der Bertleinschule. In Lauf läuft’s weiter in Richtung Zukunft! Lauf ist attraktiv. Viele Menschen zieht es in unsere Stadt – ob als Neubürger, als Beschäftigte oder als Touristen. Neulich sagte jemand: „Die Stadt Lauf lebt und ist noch viel schöner als im Internet.“ Oft sei dies genau umgekehrt.

Gibt es Entscheidungen, die Sie bereut haben? Was würden Sie heute anders machen?
Ja eindeutig: Die von mir eingeführten Bürgersprechstunden hätte ich ab dem ersten Tag meiner Amtszeit anbieten sollen. Persönlicher Bürgerkontakt ist wichtig und sich den Lauferinnen und Laufer so zu widmen, geht nicht besser.

Welche Aufgaben stehen in dieser Legislaturperiode noch an?
Wie schaffen wir es, die Lebensqualität in unserer Stadt weiter zu verbessern, Grün-, Erholungs- und Freizeitflächen im gesamten Stadtgebiet und den Ortsteilen zu schaffen, gleichzeitig aber auch den wachsenden Bedarf an Wohn- und Arbeitsraum zu befriedigen? Wie entwickeln wir eine verträgliche und umweltfreundliche Mobilität und ebenso attraktive Kulturangebote, wichtig für alle Generationen in Lauf? Wie gestalten wir dabei unsere Haushaltspolitik, wenn wir einerseits große Projekte und Bürgerdienstleistungsangebote finanzieren, andererseits aber auch die finanziellen Belastungen für die nächsten Generationen in Grenzen halten wollen?

Benedikt Bisping 2008 und 2018 – wie haben Sie sich als Mensch verändert und weiterentwickelt?
Diese Frage müssten vielleicht andere beantworten. Sicherlich bin ich ruhiger geworden, nach wie vor allerdings voller Ideen und Tatendrang. Noch nie habe ich in meinem bisherigen Leben, so viel lernen und Persönliches von meinen Mitmenschen erfahren dürfen, wie im Amt des Ersten Bürgermeisters. Ich möchte Mensch bleiben, Freundschaften weiterhin pflegen, die Natur und auch das Bahnfahren durch Europa genießen.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft der Stadt Lauf und was möchten Sie unbedingt noch erreichen?
Die sympathische Stadt Lauf soll weiterhin so gefragt und weltoffen bleiben, wie sie ist – eine Heimat, in der Toleranz und Menschlichkeit gelebt werden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bürgermeister Bisping.





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