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18.04.2018

Ein schelmisch schöner Abend

Auftakt gelungen: Einen wunderbaren Abend mit Schelmengeschichten und zauberhafter Musik rund um Nasreddin Hodscha erlebten Alt und Jung, türkische und deutsche Familien, Menschen mit und ohne Kindern gemeinsam in der Bertleinaula am Samstag, 14. April 2018


Mit 20 Instrumenten lassen Paul Maar und seine Künstlerkollegen den Orient spüren(c)Stadtbuecherei Lauf

Mit 20 Instrumenten lassen Paul Maar und seine Künstlerkollegen den Orient spüren(c)Stadtbuecherei Lauf

Verschmitzt trugen Paul Maar und Murat Coskun die Texte als Nasreddin und dem jeweiligen Gegenspieler vor, mal in deutscher, mal in türkischer Sprache. Nasreddin Hodscha, als orientalischer Till Eulenspiegel im gesamten islamischen Raum beliebt, soll im 13. Jahrhundert als Lehrer und Geistlicher in Anatolien gelebt haben. Überliefert sind zahlreiche Geschichten, die Alltagssituationen mit Schläue, aber auch geistreichem Humor begegnen. Eigentlich kein Wunder, dass Paul Maar, der Schöpfer u.a. des Sams, einige dieser schalkhaften Geschichten in seinem Buch „Neues vom fliegenden Kamel“ neu erzählt. Dieses ist Grundlage des vielfältigen Bühnenprogramms. Das türkische Kamel schreit A-I statt I-A und die Streiche des gewitzten Nasreddin Hodscha bringen Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Lachen. „So einen entzückenden Lacher an einer der türkischen Stellen wie hier in Lauf hatten wir noch nie“, freut sich Sänger und Lautenspieler Ibrahim Sarialtin hinterher.

 

Aber Paul Maar hat auch neue Geschichten erfunden, die ein Nasreddin Hodscha in der heutigen Zeit beispielsweise in Dortmund oder Berlin treiben könnte. So bittet Nasreddin einen Politiker, seine lange Rede doch auch zu Hause bei seinem Freund vorzutragen, der leide so sehr an Schlaflosigkeit! Zum Lachen reizt auch das Flötentrio mit einem „Hühnergegacker“. Die Begeisterung des Sprechers und äußerst vielfältigen Musikers Murat Coskun für die Rolle des Hodscha, gemeinsam mit seinen vielen Schlaginstrumenten, überträgt sich ebenfalls auf‘s Publikum. Der Weltmusiker hat zudem seine Kinder mitgebracht: Der 14-jährige Yaschar und die 12-jährige Malika haben offenkundig das musikalische Talent ihres Vaters geerbt. Sie spielen bereits mehrere Schlaginstrumente und singen. Die junge Malika singt teilweise solistisch oder mit ihrem Vater gemeinsam und bezaubert mit ihrer Stimme. Mit 20 Instrumenten bringen die Musiker und eine Musikerin der Capella Antiqua Bambergensis, Murat Coskun und Ibrahim Sarialtin eine unvergleichliche Klangvielfalt auf die Bühne, die etwas Orient spüren lässt. „Man kann es vorher schlecht beschreiben, was hier auf der Bühne passiert“, erklären die Künstler, „man muss es erleben“.

 

Das musikalisch-literarische Bühnenprogramm war der Auftakt mehrerer Veranstaltungen des aktuellen Integrationsprojektes der Stadtbücherei Lauf. Dessen Konzept des gegenseitigen Begegnens der Kulturen ist für diesen Abend voll aufgegangen.



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