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24.11.2017

22. Literaturtage Lauf

Ausgesprochen erfreuliche Bilanz


Lesung von Zsuzsa Bánk in der Aula der Bertleinschule zu den Laufer Literaturtagen 2017

Lesung von Zsuzsa Bánk in der Aula der Bertleinschule zu den Laufer Literaturtagen 2017(c) Stadtbuecherei Lauf

Hoch erfreut über das gelungene und bestens besuchte Lesefestival zeigen sich das Team der Stadtbücherei unter der neuen Leitung von Andreas Reichel und Literaturtage-Koordinatorin Renate Grabmeier. Von Sonntag, 5. bis Sonntag, 12. November war wieder Buchzeit in Lauf angesagt. Das Gesamtensemble aus eindrücklicher Hochliteratur, intelligenter Spannung und humoristisch-kulturellen Spaziergängen, musikalischer Kabarettlesung, Bewegendes aus einem Ausnahme-Schauspielerleben und politischer Thematik bot Literarisches für jeden Geschmack und erreichte mit seinen individuellen Programmpunkten über 3500 Besucher in den öffentlichen Veranstaltungen.

Fünf Veranstaltungen waren ausverkauft, die beiden Kinderlesungen inbegriffen. Dazu erreichten zwölf Schullesungen mit Leseweltrekordler Stefan Gemmel, Comicroman-Autor Jochen Till, Elisabeth Herrmann und Peter Stamm rund 1470 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen. Ganz bewusst fanden diese erstmals mehrheitlich im gemütlichen Lesecafé der Stadtbücherei statt, um Kindern und Jugendlichen die Bücherei näher zu bringen. Mit großem Optimismus blicken die Organisatoren auf das nächste Jahr und die 23. Literaturtage 2018. Erste Vorplanungen haben bereits begonnen.

Mit einer ausverkauften Familienlesung am Sonntagnachmittag starteten die diesjährigen Laufer Literaturtage.Der Musiker und Kinderbuchautor Andreas Hüging unternahm mit seinen kleinen und großen „Superhelden“ ein spritziges Reiseabenteuer mit Liedern, Bildern und Tanz, der wie auch Jochen Till & Raimund Frey mit „Luzifer Junior“ wenige Tage später eine begeisterte Resonanz erhielt.

Trockener Humor, interessante Antworten und ungewöhnliche Recherchearbeit

Neben dem fein gesponnenen Text und gut ausgewählten Stellen aus ihrem Buch genossen die Besucher den Einblick, den die zweisprachig aufgewachsene Autorin Zsuzsa Bánk in die komplexe Entstehungsgeschichte ihres Werkes gab. Bereits beim Soundcheck brachte Manuel Andrack sein Publikum zum Lachen: „Ich bin nur das Double“. Die große Heiterkeit setzte sich den gesamten Abend fort, mit dem trockenen Humor des Journalisten und Fernsehredakteurs über einen typisch männlichen Wettlauf mit einem Extremwanderer oder den seltsamen Wandererfahrungen mit FC-Köln-Fans.

Nachdenklich präsentierte sich der sympathische Schweizer Schriftsteller Peter Stamm. Er nahm sich viel Zeit für die Fragen des Publikums. Ihm sei wichtig, mit seinen Texten nicht nur zu unterhalten, sondern auch über den Tag hinaus den Menschen etwas zu geben. Wer den außergewöhnlichen Abend nachverfolgen möchte, kann dies auf dem Blog des Literaturportals Bayern und im Literaturradio Bayern (www.literatur-radio-bayern.de) tun.

Krimiautorin Elisabeth Herrmann besuchte für ihr aktuelles Werk „Stimme der Toten“ u.a. eine Waffenmesse. Bei den Gästen der Abendlesung hinterließ sie mit ihren lebendigen Schilderungen intensive Eindrücke ihrer Recherchearbeit, bei der sich die ehemalige Dokumentarfilmerin auch von Kriminalbeamten beraten lässt. Mit ihrer sympathischen und unkomplizierten Art nahm Eva Mattes ihr Publikum in der ausverkauften Bertleinaula schnell für sich ein. Ihre angenehme Stimme verlieh sie zunächst den Protagonistinnen des Weltbestsellers von Elena Ferrante „Die Geschichte der getrennten Wege“. Sehr angetan zeigte sich das Publikum von der anschließenden Lesung aus ihrer Autobiografie „Wir können nicht alle wie Berta sein“, in der sie von Hintergründen für manchen Film- und Bühnenskandal erzählte.

Musik mit stoischer Miene und Einblicke in politische Hintergründe

Ausverkauft war auch der launige musikalisch-kabarettistische Lesungsabend mit Vollblutbayer und Tubist Andreas Martin Hofmeir. Mit sparsamen Worten und urkomischer Mimik „referierte“ der Professor des Mozarteums Salzburg die merkwürdige Musikgeschichte der Tuba. Welche Qualität sein Können am jüngsten Instrument hat, ließ er zwischendurch hören. Ein Könner am Piano war ebenso Begleiter Tim Allhoff, der den kurzfristig erkrankten André Schwager würdig vertrat. Echo-Preisträger Allhoff spielte Hofmeir mit stoischer Miene und flatternder Notenblätterwirtschaft die Bälle zu.

Mit klaren Worten, dabei durchaus selbstkritisch, bezog Peer Steinbrück bei seinem Gespräch mit Roland Sturm, Professor für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Stellung. Schwerpunkte der ebenfalls ausverkauften Sonntagsmatinee waren die Zukunft Europas einschließlich des Brexits und die Weiterentwicklung der SPD. Bei der Fragerunde mit dem Publikum sprach sich der frühere Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat für eine wirksame Lobbyarbeit aller Interessengruppen, die Eindämmung von Machtmissbrauch und eine intensive Bildungsförderung als Weg für Deutschland aus.

Wer noch einmal durch die Revue der Titel, Themen und Temperamente der diesjährigen Literaturtage flanieren möchte, kann dies demnächst im Presse- und Impressionen-Bereich auf dieser Festival-Website tun. Auf der Startseite geben zudem Schüler ihre Sicht auf die Jugendlesungen wieder.

www.literaturtage-lauf.de



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