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12.01.2018

"Der Laufer Kompass steht auf Zukunft"

Neujahrsempfang in der Bertleinaula


Neujahrsempfang der Stadt Lauf (Foto Müller)

Neujahrsempfang der Stadt Lauf am 12. Januar (Foto Müller)

„Der Laufer Kompass steht auf Zukunft“, war das Motto, unter das Bürgermeister Benedikt Bisping den diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Lauf gestellt hatte.

Rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Sport und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens waren in die Aula der Bertleinschule gekommen: Der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel ebenso wie der Honorarkonsul der Tschechischen Republik Hans-Peter Schmidt, Landrat Armin Kroder und Altlandrat Helmut Reich, Tirschenreuths zweiter Bürgermeister Peter Gold sowie zahlreiche Kreis- und Stadträte, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den umliegenden Städten und Gemeinden. Desgleichen der Ehrenbürger der Stadt Lauf, Altbürgermeister Rüdiger Pompl und die Träger der Goldenen Bürgermedaille, Helmut Glimpel, Heinz Lausch und Martin Lauer.

Nach dem rund eineinhalbstündigen Defilee der Gäste, die von Bürgermeister Benedikt Bisping, seiner Frau, Kreisrätin Dr. Lydia Hufmann-Bisping, und seinen Stellvertretern, dem Zweiten Bürgermeister Norbert Maschler und dem Drittem Bürgermeister Thomas Lang persönlich begrüßt wurden, leitete die Lehrercombo der Sing- und Musikschule Lauf zum offiziellen Teil der Veranstaltung über. Und den eröffnete das Stadtoberhaupt diesmal mit einem Dankeschön an alle, die sich aktiv für die Pegnitzstadt einsetzen.

„Lauf attraktiv weiterentwickeln“

„Unsere Stadt fit für die Zukunft zu halten und attraktiv weiter zu entwickeln, haben sich alle, die hier sind, auf die Fahnen geschrieben. Sie bringen Menschen zusammen und sie bringen Lauf voran“, so Bisping, der sich auch herzlich bei seiner Frau bedankte, mit deren Unterstützung er das letzte Jahrzehnt in seinem Amt als Stadtoberhaupt gemeistert habe.

Mit einer Reihe von Erfolgsmeldungen starte man ins neue Jahr, wie er berichtete. Lauf sei weiter gewachsen und zähle nun 28.173 Einwohnerinnen und Einwohner im Erst- und Zweitwohnsitz. Zudem dürfe man sich im Vergleich zum Vorjahr über einen Anstieg der Geburtenrate um 17 Prozent freuen.

Die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH baue ihren Standort in Lauf für eine Summe von 24,7 Millionen Euro aus, die Städtischen Werke einschließlich der Stromversorgung Neunkirchen und der Gasversorgung Lauf planten für 2018 Investitionen in Höhe von knapp sechs Millionen Euro und die Sparkasse Nürnberg errichte derzeit für 5,5 Millionen Euro in der Saarstraße ein dreigeschossiges Büro- und Dienstleistungsgebäude.

Auch um die heimische Wirtschaft sei es sehr gut bestellt; hier werde zum Teil in Rekordhöhe in die Zukunft investiert. Stellvertretend für zahlreiche ortsansässige Unternehmen nannte er die Firma ebm-papst Zeitlauf, die vor Kurzem den Grundstein für einen 13 Millionen teuren Neubau in der Industriestraße gelegt habe, und die Firma EMUGE, die auf dem ehemaligen Döbrich & Heckel-Areal einen großen Werksneubau plane.

Internationale Ausrichtung

„In Lauf läuft‘s“, so das Fazit des Bürgermeisters, der betonte, wie wichtig es für Lauf sei, sich international auszurichten und Brücken zu den europäischen Nachbarn zu bauen: „Die Laufer Betriebe – und damit wir alle – profitieren in mehrerlei Hinsicht von einem geeinten Europa.“

Umso mehr schmerze es, dass bei der vergangenen Bundestagswahl in einzelnen Stimmbezirken in Lauf europafeindliche und rechtsnationale Parteien mit einem Stimmanteil von mehr als 16 Prozent gewählt worden seien. Eine Tatsache, mit der er sich nicht abfinden wolle, denn deren populistische Äußerungen seien „pures Gift für eine moderne Stadtgesellschaft, die von gegenseitiger Achtung, Offenheit und Toleranz geprägt sein sollte“.

Glücklicherweise seien in der Pegnitzstadt aber die Menschen in der Überzahl, die über den Tellerrand hinausblickten, sich für den Europäischen Gedanken einsetzten und das verbindende Element zwischen den unterschiedlichen Kulturen sähen. So zum Beispiel die haupt- und ehrenamtlichen Asylhelferinnen und –helfer, die nicht nur „humanitäre Höchstleistungen“ vollbrächten, sondern auch „moderne Wirtschaftsförderer“ seien, schließlich werde man schon in naher Zukunft nach Arbeitskräften aus aller Welt suchen, um den sich bereits jetzt abzeichnenden Fachkräftemangel ausgleichen zu können.

Zukunftsweisende Projekte

Mit zukunftsweisenden Projekten begegne man in Lauf auch anderen Herausforderungen, wie der Bürgermeister erzählte. Man habe mit der neuen Fachschule der Diakonie Neuendettelsau für Altenpflege und Altenpflegehilfe – der mittlerweile 41. Bildungseinrichtung im Stadtgebiet – kürzlich ein weiteres Großprojekt des Bildungsstandorts Lauf zum Abschluss gebracht.

Für das Schuljahr 2018/19 seien in der Montessori-FOS mit den Fachzweigen "Gesundheit" und "Internationale Wirtschaft" zudem zwei zusätzliche Ausbildungsrichtungen vorgestellt worden – ein Gewinn für die Schülerinnen und Schüler, ebenso wie für den Standort Lauf, der gut ausgebildete und motivierte junge Menschen brauche.

Auch in punkto Laufer Kaiserburg gebe es gute Nachrichten. Dank eines neuen Kooperationsvertrags zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Lauf dürfe man das geschichtsträchtige Gebäude nun dauerhaft nutzen. Die Idee der Wezel-Akademie nehme ebenfalls Gestalt an. Ein Konzept für die Einrichtung eines interkulturellen Deutsch-Tschechischen Kompetenzzentrums für Sprachen und Wirtschaft sei zwischenzeitlich erstellt worden; weitere Gespräche seien für die kommenden Tage anberaumt und man setze nun auf den Freistaat, um endlich starten zu können.

Mitglied der Burgenstraße

Lauf erfreue sich dank seiner Geschichte, seiner Sehenswürdigkeiten und seines mittelalterlichen Flairs bei Gästen aus dem In- und Ausland großer Beliebtheit, wie der Bürgermeister Benedikt Bisping nicht ohne Stolz bemerkte. „Und die Tatsache, dass die Pegnitzstadt von der Burgenstraße im vergangenen Jahr in ihren Verein aufgenommen wurde, wird noch viele weitere Besucher zu uns führen.“ 

Die traditionsreiche Ferienstraße verlaufe dann durch die Laufer Altstadt und die Schlösser in den nördlichen Ortsteilen. Und davon würden kulturelle Einrichtungen ebenso profitieren wie Gastronomie und Handel.

Auf der Agenda stünden außerdem der Neubau des städtischen Bauhofs, der im Stadtrat einstimmig beschlossen wurde, die künftige Nutzung des dann freiwerdenden Areals Glockengießerstraße und die Zukunft des ehemaligen Hotel-Gasthofs am Kunigundenberg, der einige Jahre lang als Asylbewerberunterkunft diente und im März dieses Jahres geschlossen werde. Beide Standorte böten großes Potential für die Stadtentwicklung. Entsprechende Vorschläge seien bereits in verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeitet worden und würden nun in den entsprechenden Gremien konkretisiert.

Dank an Polizei und Rettungskräfte

Lauf sei eine Stadt mit hoher Lebensqualität, so der Bürgermeister. Man verfüge über sehr gute Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote, soziale Einrichtungen, eine solide finanzielle Basis und eine gute medizinische Infrastruktur. Zudem könne man sich in der Pegnitzstadt sicher fühlen, was auch und vor allem ein Verdienst all jener sei, die bei den Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdiensten, dem THW und der Polizei im Einsatz seien.

Ein ganz besonderer Gruß ging in diesem Zusammenhang an Polizeichef Günter Losse, der 2018 in den Ruhestand geht. Gemeinsam mit ihm und seinem Team habe man in den vergangenen Jahren vieles auf den Weg gebracht und zum Beispiel im Bereich der Veranstaltungssicherheit Standards erarbeitet, die zwischenzeitlich auch Vorbild für andere Kommunen seien.

Vorreiter sei man auch beim Ausbau des digitalen Netzes gewesen. So habe man sich im Stadtrat mit großer Mehrheit dazu entschlossen, in allen Ortsteilen im Erschließungsgebiet Glasfaserleitungen verlegen zu lassen. Rund zwei Millionen Euro seien investiert worden und auch Darlehen habe man aufgenommen, da die staatliche Förderquote viel zu gering für die moderne Technik gewesen sei.

„Während im Kultusministerium noch über die Digitalisierung von Schulen diskutiert wird, nutzen in Lauf bereits fast alle städtischen Schulen und auch das Rathaus das Original-Glasfaser-Netz. Und die Laufer Breitbandrevolution geht weiter“, betonte der Bürgermeister. Mittlerweile seien 60 Prozent der schnellen Datenleitungen aktiv und man hoffe nun sehr, dass die Deutsche Telekom zügig dafür sorge, dass auch der Rest endlich ans Netz gehen könne.

Mehr Wohnraum in der Stadt

Auch die Frage nach mehr Wohnraum in der Stadt und den Ortsteilen sei ein Thema, an dem man in der Stadtverwaltung und im Stadtrat intensiv arbeite. Und das mit Erfolg. So seien im vergangenen Jahr Anträge für insgesamt 20.195 Quadratmeter neue Wohnraumflächen gestellt und bearbeitet worden – eine Steigerung um knapp 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Statistik zeige außerdem, dass man in Lauf über mehr günstigen Wohnraum als der Durchschnitt der Kommunen im Landkreis verfüge.

Aufgrund der nach wie vor steigenden Nachfrage arbeite man aber auch weiterhin an einer maßvollen Innenentwicklung und habe zwischenzeitlich die Bau-Abstandsflächen und die Stellplatzverordnung modifiziert. Zudem starteten demnächst im Stadtrat die Beratungen zu einem Laufer Wohnraumprogramm.
Dass zusätzlicher Wohnraum benötigt werde, sei ebenso eine Tatsache wie die zunehmende Altersarmut, die es auch in der Pegnitzstadt gebe: „Nicht nur die Wirtschaft brummt, auch die Tafel ist in Lauf gefragt wie nie“. So gebe es einerseits viele Menschen, die über Kapital- oder Vermögenseinkünfte verfügten, andererseits steige die Zahl derer, die mit ihren Einkünften oder der Rente kaum noch ihren Lebensunterhalt und die steigenden Mieten bezahlen könnten. Hier müsse man tätig werden.

„Wir übernehmen Verantwortung“

Alle Bemühungen könnten aber nur dann erfolgreich sein, wenn auch die politischen Rahmenbedingungen angepasst würden und Bund und Länder entsprechende Fördergelder zur Verfügung stellten, so Bürgermeister Benedikt Bisping in Richtung Landes- und Bundespolitik: „Wir leben Subsidiarität, fordern aber auch faire Konnexität. Wenn den Kommunen als ‚Problemlöser vor Ort‘ immer mehr Aufgaben vom Staat übertragen werden, brauchen sie dafür auch die entsprechenden Freiräume und Gelder!“

„Wir vor Ort übernehmen Verantwortung“, unterstrich das Stadtoberhaupt. So habe die Stadt Lauf für die Haushaltsjahre 2017 und 2018 Investitionen in Höhe von 23,6 Millionen Euro geplant – und das ohne Netto-Neuverschuldung. Weiterhin stünden in den Jahren 2019 bis 2021 mittelfristige Investitionen in Höhe von rund 40,7 Millionen Euro an; allein die Sanierung der Bertleinschule schlage mit 26,2 Millionen Euro zu Buche.

„Andere reden, wir handeln“, so Bisping. „Unser Auftrag ist es, nicht endlos zu sondieren, sondern anzupacken und, wo nötig, zu investieren“. Die Tatsache, dass die Stadt gleichzeitig eine Kreisumlage in Höhe von 14,18 Millionen Euro zahlen solle – „eine halbe Million Euro mehr als im Vorjahr und eine Summe, die größer ist als die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt, die 13,5 Millionen Euro betrugen“ – erschwere dies aber erheblich, weshalb er einen dringenden Appell an die Verantwortlichen in 
Berlin und München richtete: „Teilt bitte Eure Einnahmen gerechter mit den Kommunen (…), damit wir auch weiterhin nach vorne denken und unsere Zukunftsprojekte verwirklichen können.“

Rückblick des Landrats

Wie für den Bürgermeister war es auch für Landrat Armin Kroder, der zehnte Neujahrsempfang in der Bertleinaula. 2008 erstmals ins Amt gewählt, habe man seinerzeit die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise unmittelbar zu spüren bekommen – und seitdem in Lauf und dem Landkreis einen unglaublichen Aufschwung erlebt.
„Wir haben Glück gehabt – und darüber hinaus Unternehmer, die in schwierigen Zeiten einen kühlen Kopf behalten haben, um nach der Krise gemeinsam mit ihrer Belegschaft wieder durchzustarten“, erinnerte sich der Landrat. Mit Fleiß und einer nachhaltigen Firmenpolitik habe man damals ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, und er hoffe, dass es noch lange so weitergehe.
Gleichwohl in Zukunft noch eine Reihe von Aufgaben auf den Landkreis warteten – hier kam er auf die Sanierung der Schulen im Landkreis und die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke rechts der Pegnitz inklusive einer S-Bahn-Linie Richtung Neuhaus zu sprechen – sei man für die Zukunft gut aufgestellt. Gemeinsam wolle man die Region weiterentwickeln, so Kroder, und er freue sich sehr, „hier dabei zu sein und mitgestalten zu dürfen.“

Opens internal link in current windowBildergalerie vom Neujahrsempfang



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