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12.10.2017

Über vier Jahrzehnte zwischen Büchern

Beate Hafer-Drescher ging in den Ruhestand


Beate Hafer-Drescher verabschiedete sich in den Ruhestand

Zahlreiche Gäste verabschiedeten Beate Hafer-Drescher in den Ruhestand.

Beate Hafer-Drescher verabschiedete sich in den Ruhestand

Zweiter Bürgermeister Norbert Maschler, Erster Bürgermeister Benedikt Bisping, Ralph Deifel von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen und Landrat Armin Kroder (von links nach rechts) wünschten Beate Hafer-Drescher alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

Beate Hafer-Drescher verabschiedete sich in den Ruhestand

Dr. Christiane Müller, Leiterin des Industriemuseums, und Benjamin Wallner, geschäftsleitender Beamter der Stadt Lauf, zeichneten den beruflichen Werdegang der Bücherleiterin in einer humorvollen literarischen Zeitreise nach.

Beate Hafer-Drescher verabschiedete sich in den Ruhestand

„Mein Berufsleben empfinde ich im Rückblick als sehr erfüllend, abwechslungsreich, anstrengend, aber lohnend“, resümierte Beate Hafer-Drescher in ihrer Rede.

Beate Hafer-Drescher verabschiedete sich in den Ruhestand

Christoph Grassl und Peter Schwarzer von der Städtischen Sing- und Musikschule Lauf sorgten für den musikalischen Rahmen der Feier. (Fotos: Müller)

33 Jahre lang gab sie der Laufer Literaturszene Herz und Gesicht. Nun verabschiedete sich die Leiterin der Stadtbücherei, Beate Hafer-Drescher, in den Ruhestand.

Untrennbar sei ihr Name mit der Stadtbücherei verbunden, wandte sich Bürgermeister Benedikt Bisping an Beate Hafer-Drescher und die rund 100 Gäste im Haus in der Turnstraße. „Mit Herzblut, vielen guten Ideen und dem nötigen Durchsetzungsvermögen“ habe sie eine Zeitenwende eingeläutet, die Bücherei stetig weiterentwickelt und als Begegnungsstätte und modernes Medienzentrum etabliert. Mit Fug und Recht könne man die Einrichtung als kulturelles Markenzeichen der Stadt bezeichnen, so Bisping weiter.

Beeindruckendes Netzwerk

Beate Hafer-Dreschers Initiative sei es auch zu verdanken, dass die Bücherei seinerzeit bei den von Bertelsmann ins Leben gerufenen Fränkischen Literaturtagen dabei war, die später dann von den Städten Ansbach, Fürth, Schwabach und Lauf in Eigenregie organisiert und finanziert wurden. Mit immenser Fachkompetenz und Eisatzfreude habe sie seitdem ein beeindruckendes Netzwerk an Kooperations- und Medienpartnern aufgebaut und daran gearbeitet, die Literaturtage als feste Größe im fränkischen Kulturkalender zu etablieren. „Jeder, der dir begegnet ist, hat gespürt, mit welchem Elan du dich deinen Aufgaben gewidmet hast.“ Als Geschenk gab es für die scheidende Leiterin „lebenslangen freien Eintritt“ zu den Literaturtagen.

„Im Landkreis Nürnberger Land sind wir auf die Bücherei in Lauf besonders stolz“, ergänzte Landrat Armin Kroder, der auch einen Vorschlag für die Zeit nach dem Berufsleben parat hatte: „Einfach mal ein Buch lesen, das rein privat daherkommt“, sagte er in Richtung der Diplom-Bibliothekarin mit einem Augenzwinkern. 
  
Unverzichtbarer Teil der Bildungsinfrastruktur

Die Leistungsfelder und wichtigsten Zukunftsaufgaben von öffentlichen Bibliotheken beleuchtete Ralph Deifel von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in München. Bibliotheken seien maßgebliche Mitgestalter in der Wissens- und Informationsgesellschaft und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen der heutigen Zeit – bei der Förderung der Lesefähigkeit und Lesebegeisterung, der Unterstützung lebensbegleitenden Lernens, der Inklusion und Teilhabe am kulturellen Leben für alle sozialen Gruppierungen und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. „Bibliotheken sind Basis-Infrastruktureinrichtungen und bewahren die Chancengleichheit in der Stadt und auf dem Land“, so Deifel.
  
Kultur- und Bildungsmanagerin mit Passion

Dr. Christiane Müller, Leiterin des Industriemuseums, und Benjamin Wallner, geschäftsleitender Beamter der Stadt Lauf, ließen im Stil einer Romanlesung mit humorvollen Sprüchen und einer begleitenden Computerpräsentation die wichtigsten beruflichen Stationen von Beate Hafer-Drescher Revue passieren.

Dass sich die Leidenschaft für Literatur wie ein roter Faden durch den Lebenslauf der scheidenden Bibliotheksleiterin ziehe, machten die beiden anhand von Bildern und Zeitungsausschnitten deutlich. Nach ihrem Studium in Bonn und zwei Jahren bei der Institutionsbibliothek der Deutschen Welle in Köln hatte sie die Leitung der Kreisbibliothek in Siegburg übernommen. 1984 führte sie ihr Weg schließlich nach Lauf.

Orte der Informations- und Meinungsfreiheit

Zuletzt trat auch Beate Hafer-Drescher selbst vor das Mikrofon und bemerkte gleich zu Beginn ihrer Rede: „Diese Gelegenheit kann ich natürlich nicht ungenutzt vorüber gehen lassen, um für Kultureinrichtungen, und speziell für Bibliotheken, eine Lanze zu brechen, denn diese sind unverzichtbar als Orte der Informations- und Meinungsfreiheit“.

„Vor über vierzig Jahren hatte ich das Glück, mir den richtigen Beruf zu erwählen“, resümierte sie und gab einige Erinnerungen zum Besten. So habe sich das Laufer Publikum bei den Literaturtagen von vornherein als sehr aufmerksam, aufgeschlossen, vielseitig interessiert, weltoffen und diskussionsfreudig gezeigt und es sei nur folgerichtig, dass die Veranstaltung heute eine solche Zugkraft habe und sich vor Festivals der Großstädte in keiner Hinsicht zu verstecken bräuchte.

„Nach 43 Jahren aktiver Berufsarbeit finde ich es nun auch schön, Verantwortung abgeben können. Und noch schöner finde ich es, dass ich schon beobachten durfte, dass die Einrichtung in gute Hände geht“, so Beate Hafer-Drescher, die ihrem Nachfolger, Andreas Reichel, und dem gesamten Team der Bücherei viel Glück und alles Gute wünschte.



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