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17.05.2017

„Ein Kulturdenkmal ersten Ranges“

Laufer Industriemuseum feierte 25-jähriges Bestehen


Zahlreiche geladene Gäste feierten das 25-jährige Bestehen des Laufer Industriemuseums. (Foto: Moritz)

Zahlreiche geladene Gäste feierten das 25-jährige Bestehen des Laufer Industriemuseums. (Foto: Moritz)

25 Jahre Industriemuseum. Mit einer fröhlichen, bunten Veranstaltung feierte das Laufer Museum zusammen mit seinen Gründern, Paten, ideellen und finanziellen Trägern, Unterstützern, Wegbegleitern, Förderern, Sachspendengebern und Mitarbeitern das erste Vierteljahrhundert seines Bestehens. Zugleich wurde die große Jubiläumsausstellung „Erfindergeist“ eröffnet, die bis 7. Januar zu sehen ist.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann war da, Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, der frühere Landtagsabgeordnete Kurt Eckstein – und natürlich Vertreter der Laufer Altstadtfreunde, Altbürgermeister Rüdiger Pompl und Historikerin Renate Kubli, also jene Frauen und Männer, die als allererste den Wert der stillgelegten Mühlen und Hammerwerke an den Ufern der Pegnitz erkannten und sich gegen jene durchsetzten, die diese als „altes Glump“ abtaten.

So lobte denn auch Joachim Herrmann ausdrücklich diese „einzelnen“ in Lauf, welche „die Idee zu diesem Museum hatten und ebenso den Mut, sie umzusetzen“. Es sei hier ein Kulturdenkmal ersten Ranges entstanden, ein Museum, das uns zeigt, wie die Menschen früherer Zeiten sich immer wieder neuen Herausforderungen gestellt haben. Das uns aber auch mit Zufriedenheit feststellen lässt, wo wir heute sind. „Denn für die Arbeiterfamilie früher sah mit Sicherheit niemals der Wohlstand so aus, wie wir ihn heute für selbstverständlich halten.“ Das Industriemuseum sei ein Kulturdenkmal, auf das die Stadt Lauf stolz sei könne.

Ein Ort der Kommunikation und Kultur

Bürgermeister Benedikt Bisping erinnerte an die mühevolle und langwierige Aufbauarbeit des Museums. 1980 hatten die Altstadtfreunde ihre Bereitschaft erklärt, die Trägerschaft für ein künftiges Industriemuseum zu übernehmen. Aber erst 1992 wurde es offiziell eröffnet. Die Geschichte des Museums sei eine Erfolgsgeschichte für Lauf. Heute sei das Museum ein Ort der erneuerbaren Energie, ein Ort der Kommunikation und Kultur, ein Ort der Vielfalt und Offenheit. „Lauf ist heute eine Industriestadt und eine Bildungsstadt. Im Museum verbindet sich beides.“

Wie diese Vielfalt in der Praxis aussieht, das durften die Festgäste an dieser Stelle am eigenen Leib erleben. Denn kaum hatte Landrat Armin Kroder zu seinem Grußwort angesetzt, wurde er rüde unterbrochen von zwei eigenartigen Gestalten, die plötzlich polternd und streitend durch den Saal marschierten – offenbar auf der Suche nach dem „Schatz der Laufer“. Die Störung entpuppte sich als ein Auszug aus dem Theaterstück „Das Geheimnis der alten Mühle“, welche das Dehnberger Hof Theater im Museum regelmäßig für Kinder aufführt. Denn „was man im theatralen Zusammenhang erfahren hat, bleibt länger hängen“, erläuterte Museumsleiterin Christiane Müller.

Der „Schatz der Laufer“ war freilich keine Kiste mit Gold, sondern das Museum selbst – und sollte in diesem Sinne Armin Kroder in den Mund gelegt werden. Der dies außer Frage stellte, jedoch sein Rednerterrain wiedergewann, indem er noch eins drauf legte: „Der eigentliche Schatz liegt im Engagement der Bevölkerung.“ Somit dankte er „allen, welche die tolle Performance des Museums geschrieben haben“.

„Lauf ist eine Stadt, die sich Kultur zutraut“

Altbürgermeister Rüdiger Pompl und die erste Museumsleiterin Renate Kubli ließen manche Probleme und Anekdoten aus der Kinder- und Jugendzeit der Einrichtung Revue passieren, so auch die aufregenden Begebenheiten bis zur Einbindung der Ventilkegelfabrik Dietz & Pfriem. Anschließend trat die heutige Leiterin Christiane Müller ans Mikrofon. Als sie sich vor fünf Jahren „quasi ins gemachte Nest“ setzte, habe sie sich bewundernd gedacht: „Lauf ist eine Stadt, die sich Kultur zutraut.“

Heute erlebe sie das Museum ein Stück weit als eine Bühne für den Reichtum an Engagement und Erfindungsreichtum, den die Stadt und der Landkreis zu bieten hat, denn viele Veranstaltungen und Ausstellungen wurden und werden in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Bürgern, Ehrenamtlichen und Vereinen auf die Beine gestellt. „Erfindergeist“ sei daher ein Thema, das zu diesem Museum passe wie die Faust aufs Auge, daher die Jubiläumsausstellung.

Einen Überblick über die Superlative der Ausstellung gebend stellte sie den Gästen vor, was sie in den großen Ausstellungssälen erwartet. Doch davon konnten diese sich gleich selbst ein Bild machen. Klassiker im Bereich der Werkzeug- und Antriebstechnik, der Kommunikations – und Fotografietechnik gesellen sich da neben Skurrilitäten wie den Schnarchstopper und den Aufweckapparat, die Unsinnsmaschine des CJT-Gymnasiums, die Currywurst oder die Handprothese zum Selbstausdrucken. Eine eigene Abteilung widmet sich Erfindungen aus Franken (Bobbycar, Playmobil, Adidas- und Puma-Turnschuhe, die Klarinette …). Und etliche Stationen laden dazu ein, beim Ausprobieren und Tüfteln den eigenen Erfindergeist zu entdecken.



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