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Lesen lernen leicht(er) gemacht

 

 

Rektor Ralf Karg (links) und Bärbel Schellenberg (2. von rechts) mit einigen der ehrenamtlichen Lesepaten ( Foto: Roßberg-Wiltschko)

Team der Lesepaten an der Bertleingrundschule sucht Verstärkung

Lesen zu können ist eine Grundkompetenz für ein erfolgreiches Leben, eine wichtige Voraussetzung, um die Schule erfolgreich abzuschließen, den Start ins Berufsleben zu schaffen und im privaten Lebensumfeld anerkannt zu werden.
Kinder von klein auf ans Lesen heran zu führen ist die Aufgabe, der sich seit einiger Zeit die Lesepaten an der Bertleinschule stellen.

Petra Leniger hat den Weg in die Bertleingrundschule genommen, wie so oft in den letzten Wochen und Monaten. Heute trifft sie sich mit einem kleinen Jungen, bei dem zu Hause wenig Deutsch gesprochen wird. Das wirkt sich ungünstig auf die schulischen Leistungen aus. Bevor es um den eigentlichen Grund ihres Treffens in der Schule geht, darf der Junge erst einmal reden. Wie war sein Tag? Was freut ihn, was gibt ihm Anlass für Kummer? Die Seele baumeln lassen zu können, sich von jemandem angenommen zu fühlen – Petra Leniger sieht das als einen der Bausteine ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit an der Schule und die Lehrkräfte bestätigen ihr durch regelmäßige Rückmeldungen den Erfolg ihrer Arbeit: Sie ist Lesepatin für Schüler, deren Lesevermögen nicht so ist, wie es sein sollte.

Projektstart im März 2009

Angeregt durch einen Bericht der Nürnberger Zeitung über die „Lobby für Enkel“ an der Grundschule Johannis in Nürnberg starteten der Elternbeirat und die Lehrkräfte der Laufer Bertleingrundschule im März 2009 ein neues Projekt und suchten Ehrenamtliche, die sich regelmäßig - eine Schulstunde pro Woche und Kind - als Lesepaten betätigen wollten. Ihrem Ruf folgten neben Petra Leniger auch deren Tochter Katharina, Renate Weniger, Christine Heinz und Peter Hommel, der ehemalige Rektor der Bertleinschule.

Koordiniert von Joachim Ruck, dem Förderlehrer der Schule, und  Bärbel Schellenberg, der stellvertretenden Elternbeiratsvorsitzenden, fanden die Lesepaten und die leseschwachen Schülerinnen und Schüler schnell zusammen, fassten Vertrauen zueinander und begannen - mal eher spielerisch, mal eher streng - das Tor zur Welt der Buchstaben zu öffnen und offen stehen zu lassen.

Sie investieren viel Zeit, Geduld und Engagement in dieses Projekt. Aber die leuchtenden Kinderaugen, wenn sich erste Erfolge einstellen, das Lesen flüssiger wird, sogar anfängt, den kleinen Schützlingen Spaß zu machen – das gibt viel zurück, bestätigt auch Christine Heinz, selbst von Anfang an als Lesepatin aktiv. Sie zieht eine positive Bilanz ihrer bisherigen Lesepatenschaft, sowohl für die Kinder als auch für sich selbst.

Individuelle Förderung der Leseanfänger

An einer Schule, an der nach Angaben von Rektor Ralf Karg, bei über 50% der Schüler zu Hause kein oder kaum Deutsch gesprochen wird und die Kinder selbst die deutsche Sprache oft nur ungenügend beherrschen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Lesen deutscher Texte und Bücher täglicher Bestandteil des Familienlebens ist. Individuelle Förderungen im normalen Schulalltag wirkungsvoll durchzuführen ist hier sehr schwierig.

An diesem Punkt setzt die Arbeit der Lesepaten an, die mittlerweile noch weitere engagierte Lauferinnen und Laufer für das Projekt begeistern konnten.

Im Rahmen einer von Ralf Karg moderierten Zusammenkunft wurden die Freiwilligen Ende Januar mit den Anforderungen ihres neuen Ehrenamts vertraut gemacht. Obwohl ausdrücklich betont wurde, dass es außer einem kleinen Geschenk zur Schulweihnachtsfeier wohl kaum Dankesbezeugungen geben würde, erklärten sich Ute Horneber, Franz Huber und Christa Spannring bereit, ab sofort bei der Förderung leseschwacher Kinder helfen zu wollen; ein weiteres Ehepaar zeigte sich ebenfalls sehr interessiert.

Ehrenamtliche Lesepaten gesucht

Die Liste der Kinder, die von den Lehrkräften als leseschwach genannt wurden, ist deutlich länger als die verfügbare Zeit der bisher gefundenen Lesepaten. Deshalb werden auch weiterhin dringend Menschen gesucht, die sich regelmäßig jede Woche Zeit für ein Kind oder mehrere nehmen möchten, um nach dem Unterricht in der Bertleinschule das Lesen zu üben.

Für Rückfragen stehen Ihnen Rektor Ralf Karg, Tel.: 9694 810 (Mail: r.karg@bertleinschule.de), und Bärbel Schellenberg vom Elternbeirat, Tel.: 708 521 (Mail: b.schellenberg@gmx.de), gerne zur Verfügung.

 

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